29.06.2022
Forschung

Emmy Noether-Gruppe für Dr. Silvana Valtcheva

DFG-Förderung über 1,7 Millionen Euro

Dr. Silvana Valtcheva, Foto: Christian Wittke
Dr. Silvana Valtcheva, Foto: Christian Wittke

Dr. Silvana Valtcheva hat kürzlich eine Förderung über 1,7 Millionen Euro im Rahmen des renommierten Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben. Das Emmy Noether-Programm eröffnet besonders qualifiziertem wissenschaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit, eigenverantwortlich eine Nachwuchsgruppe zu leiten und sich so für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Die Fördermittel werden zunächst für drei Jahre bewilligt und für drei weitere Jahre in Aussicht gestellt.

Als Stipendiatin und Nachwuchsgruppenleiterin forscht Dr. Silvana Valtcheva seit dem 1. Mai 2022 am Institut für Vegetative Physiologie der Medizinischen Fakultät (Direktorin: Prof. Tatiana Korotkova). Für ihre Forschung zur mütterlichen Fürsorge verwendet sie Tiermodelle. Sie sucht nach Antworten auf die Frage, wie das Gehirn nach der Geburt auf verschiedene Signale der Nachkommen reagiert. Ihr Labor untersucht dazu die neuronalen Bahnen und Mechanismen der synaptischen Plastizität, die die Freisetzung des Neurohormons Oxytocin aus dem Hypothalamus und das mütterliche Verhalten bei Mäusen steuern. Eine entscheidende Rolle spielen hier die Ebene der Synapsen, der Schaltkreise und das Verhalten. Bei ihren Untersuchungen kombinieren Dr. Silvana Valtcheva und ihr Team mehrere moderne Ansätze, darunter In-vivo- und In-vitro-Elektrophysiologie, Faserphotometrie, virale Tracing-Ansätze, Opto- und Chemogenetik, molekulare und pharmakologische Instrumente und neu entwickelte Oxytocin-Sensoren.

Die Forschung von Dr. Valtcheva zu postpartalen Anpassungen der Hormonausschüttung und des mütterlichen Verhaltens ist sowohl für die Stoffwechsel- als auch für die Bewegungsforschungsbereiche der medizinischen Fakultät von besonderem Interesse und soll zu einer vielfältigen Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen auf dem gesamten Campus führen. Sie ist außerdem Mitglied des Exzellenzclusters CECAD.

Dr. Silvana Valtcheva schloss nach dem Bachelor-Abschluss in Biologie (2010) einen Master-Abschluss in Neurowissenschaften (2012) an der Universität Pierre und Marie Curie in Paris an. Unterstützt durch Stipendien des französischen Ministeriums für Hochschulbildung und Forschung und der Ecole Normale Superieure promovierte sie bei Professor Laurent Venance am College de France in Paris, wo sie unter anderem die Kontrolle der aktivitätsabhängigen synaptischen Plastizität durch Astrozyten (Zellen der Glia des zentralen Nervensystems) untersuchte. Nach Abschluss ihrer Promotion erhielt sie ein Postdoc-Stipendium der Fyssen-Stiftung und wechselte 2017 in das Labor von Professor Robert Froemke an der New York University/New York. Während ihrer Postdoc-Zeit untersuchte sie die neuronalen Bahnen und synaptischen Mechanismen, die für die Erkennung von Vokalisationen des Nachwuchses bei mütterlichen Mäusen wichtig sind. Ihre Postdoc-Forschung wurde von der Leon Levy Foundation und mit dem NARSAD Young Investigator Award unterstützt.

Das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft eröffnet herausragend qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren (nach erfolgreicher Zwischenevaluation nach dem dritten Jahr) für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Für eine erfolgreiche Bewerbung müssen die Forschenden neben einer herausragenden Promotion auch exzellente Veröffentlichungen vorweisen können, sodass sie auch international bereits in ihrem Fachgebiet sichtbar sind.

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