Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Inkontinenz - Das Tabuthema

In Deutschland leiden nach Schätzung der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe e.V. (GIH) mehr als fünf Millionen Frauen an einer Blasenschwäche, wobei die Dunkelziffer nach Meinung vieler Experten noch höher liegt. Auch heute gilt Inkontinenz gesellschaftlich noch als Tabuthema und viele Frauen trauen sich nicht, offen darüber zu sprechen. Häufig werden nicht einmal Hausarzt oder Gynäkologe über die Problematik informiert. Die Folge ist, dass sich die Betroffenen aus Schamgefühl immer weiter zurückziehen und häufig nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dies ist der falsche Weg, denn dank der modernen Medizin und der unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten lassen sich die Probleme deutlich verbessern oder sogar beseitigen. Ein offener Umgang mit der Thematik ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Hierbei ist es wichtig kompetente Ansprechpartner zu finden, die in der Lage sind, eine genaue Diagnose über die Ursache der Blasenschwäche zu stellen. Darauf basierend kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Im Juni 2020 wurde das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum nach den neuen Richtlinien der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifiziert.

Am Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Köln (KBZ Köln) arbeiten fünf Abteilungen zusammen. Die Beratung und Behandlung umfasst alle Formen der männlichen und weiblichen Harn- und Stuhlinkontinenz.

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Harninkontinenz

Harninkontinenz ist die Unfähigkeit, den Urin einhalten beziehungsweise kontrollieren zu können. Oft kann auch der Stuhl nicht eingehalten werden. Man spricht dann von einer Stuhlinkontinenz. Hinter der Stuhl- und/oder Harninkontinenz verbirgt sich in vielen Fällen auch eine Beckenbodenschwäche. Zudem können auch Erkrankungen des Nervensystems zu einer Inkontinenz führen.

Der ungewollte Urinverlust ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild und kann als eine Volkskrankheit benannt werden. Es wird geschätzt, dass allein in Deutschland fünf Millionen Menschen harninkontinent sind. Männer sind ebenso wie Frauen betroffen. Mit dem steigenden Alter steigt die Häufigkeit des unwillkürlichen Urinverlustes in der Bevölkerung an. Leider ist diese Erkrankung noch immer ein Thema, über das häufig geschwiegen wird. Die Lebensqualität der Betroffenen ist deutlich eingeschränkt. Somit ist es wichtig, dass man die Harninkontinenz untersucht und therapiert.

Man unterscheidet mehrere Formen der Harninkontinenz, welche gelegentlich auch gemeinsam auftreten können:

Belastungsinkontinenz

Eine Ursache für eine Harninkontinenz ist die Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur und die damit verbundene Unfähigkeit der Muskulatur, die Harnröhre dicht zu verschließen. Eindeutiges Zeichen für diese Form der Blasenschwäche ist der Verlust von Urin bei mehr oder minder starker körperlicher Belastung. Ein Harndrang vor dem Urinverlust tritt nicht auf.

Dranginkontinenz

Wenn man plötzlich einen Harndrang verspürt, der so stark ist, dass man den Urin nicht mehr halten kann und unwillkürlich verliert, dann spricht man von der Dranginkontinenz. Diese Form des Urinverlustes ist unabhängig von dem Füllungszustand der Harnblase.

Überlaufinkontinenz

Die Überlaufinkontinenz oder der Urinverlust bei chronischer Retention entsteht dadurch, dass (meist) Männer die Harnblase nicht mehr vollständig entleeren können. Es bleibt immer Restharn in der Blase. Jede weitere neue Füllung der Blase führt zum Überlaufen und damit zum unfreiwilligen Verlust von Urin.

Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz tritt häufig bei Menschen mit neurologischen Krankheitsbildern auf. Die Harnblase und der Schließmuskelapparat arbeiten nicht konform miteinander. Es kommt zum unwillkürlichen Urinverlust.

Stuhlinkontinenz

Die Stuhlinkontinenz ist definiert als die Unfähigkeit, den Stuhl willentlich bis zur gewünschten Defäkation zurückzuhalten. Die Ursachen einer Stuhlinkontinenz können vielfältig sein. Neben der Beurteilung der geschilderten Beschwerden wird oft eine umfangreiche diagnostische Abklärung notwendig. Konservative, das heißt nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie des Beckenbodens mit Stärkung des Schliessmuskels und operative Methoden stehen zur Verfügung.

Die häufigste Ursache der Harn-/Stuhlinkontinenz

Die häufigste Ursache ist eine Beckenbodeninsuffizienz beziehungsweise eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, die zu verschiedenen Beschwerden führen kann. Neben dem Vorfall einzelner Organe wie der Blase, der Scheide und des Mastdarmes kann es auch zu der Unfähigkeit kommen, den Urin oder den Stuhl zu kontrollieren. Diese Schwäche wird Harn- oder Stuhlinkontinenz genannt. Die Behandlung der Harninkontinenz oder anderer Vorfall- beziehungsweise Senkungserscheinungen der Blase obliegt den Urologen oder speziell ausgebildeten Gynäkologen (Urogynäkologen). Die Stuhlinkontinenz oder entsprechende Vorfallerscheinungen (Mastdarmvorfall) werden von Chirurgen (Koloproktologen) behandelt.

Besonders wichtig ist es uns, Ihre Beschwerden ganzheitlich zu betrachten und bieten daher bei Bedarf auch eine psychourologische Mitbehandlung an.

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