Im Interview mit Pia Muth

Im Interview erzählt die 25-jährige Pia Muth, warum es für sie keinen faszinierenderen Beruf als den der Hebamme gibt. Und sie gibt Einblicke, warum die Uniklinik Köln der ideale Ort ist, um ihren Traumjob auszuüben.

Wie haben Sie zu Ihrem heutigen Beruf gefunden?

Schon in der Schulzeit fand ich es spannend, wie der menschliche Körper funktioniert und zu welch erstaunlichen Leistungen er imstande ist. Bis heute faszinieren mich besonders die Veränderungsprozesse im Körper, wenn ein neues Leben heranwächst. Alles ordnet sich neu – ganz von alleine.

Durch ein zufälliges Gespräch mit einer Hebamme verfestigte sich mein Berufswunsch. Ich sammelte sämtliche Informationen über die Hebammenausbildung und bewarb mich in mehreren Krankenhäusern und Hebammenpraxen für ein Praktikum. Einige Zeit später stand ich das erste Mal im Kreißsaal und erlebte das Wunder der Geburt mit. Es war Liebe auf den ersten Blick. Endlich hatte ich einen Beruf gefunden, der mir Spaß macht und mich begeistert. Seitdem war mir klar: Das will ich werden!

Welche Ausbildung haben Sie absolviert? 

Ich habe 2013 eine 3-jährige Ausbildung mit einer staatlichen Abschlussprüfung abgeschlossen. Hebamme bzw. Entbindungspfleger ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung, die an entsprechenden Berufsfachschulen angeboten wird.

Was gehört zu Ihren täglichen Aufgaben? 

Ich berate Frauen und ihre Angehörigen in allen Belangen einer Schwangerschaft und helfe ihnen bei Beschwerden. In der Anamnese lerne ich die Frauen besser kennen. Hier werden alle Fragen geklärt, die für die Schwangerschaft wichtig sind. Außerdem leite ich Kurse zur Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik.

Ich habe das große Glück, komplikationslose Geburten selbst leiten und begleiten zu dürfen. Von stationär liegenden Schwangeren schreibe ich das CTG. Bei ärztlichen Geburtshilfsmaßnahmen assistiere ich. Bis zu acht Wochen nach der Geburt betreue ich Mütter und ihre Neugeborenen, und berate bei Fragen zu den Themen Stillen, der Rückbildung und der Säuglingspflege sowie -ernährung.

Bei Risikoschwangerschaften überwache ich die werdende Mutter und das Kind noch intensiver als gewöhnlich. Durch meine Ausbildung bin ich in der Lage, Komplikationen im Geburtsverlauf frühzeitig zu erkennen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Auch die Dokumentation gehört zu meinen Aufgaben.

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf? Gibt es ein besonderes Erlebnis, das Sie in guter Erinnerung haben?

Die Dankbarkeit, die ich in meinem Beruf erfahre, entschädigt für alles – auch den hohen psychischen Druck. Hin und wieder gerate ich an meine persönlichen Grenzen. Doch das überwältigende Feedback der Eltern hilft mir, im Beruf wieder aufzutanken.

Eine Geburt in meiner Praktikumszeit ist mir besonders in Erinnerungen geblieben. Es war an einem 29. Februar, da entschied sich ein Neugeborenes mit einer sogenannten »Glückshaube« – einer intakten Fruchtblase – zur Welt zu kommen. Das passiert nur bei etwa einer von 80.000 Geburten. Die frisch gebackene Mutter konnte ihrer Tochter auf die Welt helfen, indem sie die Fruchtblase mit etwas Unterstützung der Hebamme selbst eröffnete. Die Kleine tat ihren ersten Schrei und Atemzug in den Armen ihrer Mutter. Die Stimmung im Kreißsaal war voller Liebe, Freude und Aufregung. 

Durch solche Momente weiß ich genau, dass ich das hier auch in Zukunft machen möchte: Frauen auf jede neue Geburt vorbereiten, Babys ihre erste Blähung wegmassieren und da sein, wenn eine Mutter Trost braucht. Und egal, wie anstrengend es wird und was für schlimme Situationen ich miterleben werde, ich darf immer wieder dabei sein, wenn neues Leben auf die Welt kommt.

Seit wann arbeiten Sie an der Uniklinik Köln?

Ich arbeite hier seit April 2016 in Vollzeit als Hebamme. 

Was ist das Besondere an der Uniklinik Köln?

Für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger ist es ein Ort, um wichtige Erfahrungen zu sammeln. Die Unterstützung und der regelmäßige Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen gibt mir Sicherheit. Außerdem sind die Aufgaben vielfältig und ich kann mich als Hebamme ständig weiterentwickeln.  

Welche Vorteile bietet sie als Arbeitgeber?

Die Unterstützung bei der persönlichen und beruflichen Weiterqualifizierung ist aus meiner Erfahrung sehr gut. So konnte ich mir mithilfe der Uniklinik Köln den Wunsch eines berufsbegleitenden Aufbaustudiums erfüllen. Dabei wurde eine Lösung gefunden, die genau zu meinen Bedürfnissen passt. 

Welche Stärken soll eine neue Kollegin oder ein neuer Kollege für den Beruf mitbringen?

Ich denke, dass die Hingabe zum Beruf der Hebamme das Allerwichtigste ist. Es geht schließlich um das schönste Erlebnis einer niederkommenden Frau und dieses sollte von einer Hebamme optimal begleitet werden.

Was ist in Ihrem Leben wichtig?

Meine Familie! Und dass ich mit einem guten Gewissen aus dem Dienst komme. Mit dem tollen Gefühl, die Geburt für eine Frau durch meine Unterstützung zu ihrem ganz persönlichem Glücksmoment gemacht zu haben.

Welchen Hobbys gehen Sie nach?

Ich treibe viel Sport, bastele und male gerne. Zudem fahre ich gerne mit dem Rad. Auch das Studieren, das Eintauchen in neue Themen, bereitet mir große Freude.

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