21.11.2022 Rationaler Antiinfektiva-Einsatz

Stabsstelle Antimicrobial Stewardship wird europäisches Ausbildungszentrum

Benennung durch European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases 

Prof. Dr. Norma Jung, Foto: Michael Wodak
Prof. Dr. Norma Jung, Foto: Michael Wodak

Auf Initiative der Stabstelle Antimicrobial Stewardship (ABS) unter der Leitung von Prof. Dr. Norma Jung, Oberärztin an der Klinik I für Innere Medizin, wurde die Uniklinik Köln von der European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) als neues Ausbildungszentrum für das Antimicrobial Stewardship Certificate ausgewählt. Das Kölner ABS-Team ist damit eines von nur sieben benannten Zentren in ganz Europa.

Angesichts der zunehmenden Problematik von Antibiotikaresistenzen bildet die ESCMID als Ergänzung zu nationalen Initiativen seit diesem Jahr Infektiologen, medizinische Mikrobiologen, klinische Pharmakologen, Intensivmediziner, Internisten, spezialisierte Pflegende, Kinderärzte und andere medizinische Spezialisten aus der ganzen Welt in Antimicrobial Stewardship aus.

Während des zweijährigen Programms wird ein breites Spektrum an Themen im Bereich Antimicrobial Stewardship behandelt. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich mit internationalen Experten zu treffen und klinische und wissenschaftliche Themen in einer Vielzahl von Settings zu diskutieren. Einige Module werden online unterrichtet, andere finden vor Ort an Standorten in Europa wie hier in Köln statt.

Prof. Jung und das ABS-Team freuen sich, dass bereits im nächsten Jahr Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa an die Uniklinik Köln kommen, um von der Arbeit des hiesigen ABS-Teams zu lernen.

An der Uniklinik Köln gibt es seit 2014 ein festes ABS-Team - seit 2019 geführt als Stabsstelle Antimicrobial Stewardship - mit Teilnehmenden aus der Inneren Medizin/Infektiologie, der Krankenhausapotheke, der Krankenhaushygiene, der Medizinischen Mikrobiologie und der Kinderheilkunde. Dieses Team überwacht abteilungsübergreifend den Verbrauch von Antiinfektiva und die Ausbreitung multiresistenter Erreger. In regelmäßigen Untersuchungen wird die Verordnungsqualität in den Abteilungen überprüft und gemeinsam mit den Fachvertretern an Leitlinien zur Behandlung mit Antiinfektiva gearbeitet. In immer mehr Kliniken und Abteilungen führt das ABS-Thema gemeinsam mit den ABS-beauftragten Ärztinnen und Ärzten ABS-Visiten durch und erstellt Handlungsempfehlungen. Das ABS-Team stellt außerdem Schulungsmaterialien zur Verfügung und beschäftigt sich mit den immer wieder auftretenden Lieferengpässen von Antibiotika.