09.03.2021
Gemeinsame Erklärung

Universitätskliniken empfehlen Impfstrategie mit AstraZeneca

Impfstoff viel besser als sein Ruf

©peterschreiber.media stock.adobe.com
©peterschreiber.media stock.adobe.com

Es muss alles darangesetzt werden, möglichst schnell mit den vorhandenen Impfstoffen und in der Breite gegen die Pandemie anzugehen. Deshalb unterstützen die Vorstände eine möglichst schnelle Impfung aller Mitarbeitenden, die regelmäßig in unmittelbarem Patientenkontakt stehen, mit AstraZeneca.

Der Impfstoff von AstraZeneca (COVID-19 Vaccine Astra-Zeneca) ist ein sehr gut wirksames Produkt und viel besser als sein derzeitiger Ruf. Die Effektivität liegt weit über den Werten anderer Impfstoffe, beispielsweise gegen die Grippe. In einer großen Feldstudie aus Schottland sank vier Wochen nach der Verimpfung der ersten Dosis das Risiko des Empfängers, wegen COVID-19 ins Krankenhaus zu müssen, um über 94 %. Auch bei der älteren Bevölkerung.

Bei der Verhinderung einer schweren Covid-19-Erkrankung ist also der AstraZeneca Impfstoff genauso hochwirksam wie die Impfstoffe von BioNTech und Moderna.

Der Impfstoff wurde weltweit schon millionenfach verimpft (z.B. in Großbritannien) und es sind bislang keine schwerwiegenden Impfreaktionen bekannt geworden. Vorübergehende Be- schwerden nach der Impfung, wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen liegen im Rahmen der zu erwartenden Reaktionen, die auch aus den Studien bekannt sind. Solche Reaktionen treten zwar recht häufig auf, bleiben aber meist leicht und sind nach rund 24h wieder abgeklungen. Diese Impfreaktionen, die bei jedem der zugelassenen Covid-19-Impfstoffe in gleicher Weise auftreten, sind ein gutes Zeichen, da sie zeigen, dass der Impfstoff anschlägt.

Nach bisherigen Studien ist der AstraZeneca Impfstoff voll wirksam gegen die sogenannte britische Variante B 1.1.7, die bei uns in Deutschland die höchste Prävalenz unter den Mutanten hat. Abschließende Studien über die südafrikanische Variante stehen derzeit noch aus.

Das Institut an der Universität Oxford, das den Impfstoff entwickelt hat, gehört zu den er- fahrensten Impfstoff-Forschungslabors der Welt. Hinsichtlich des AstraZeneca Impfstoffs hat sich gezeigt, dass die Viruslast bei Geimpften nicht mehr so hoch ist wie bei Nicht-Geimpften. Die geringere Viruslast im Rachen legt wiederum nahe, dass die Übertragbarkeit des Virus an Dritte – und damit die Ansteckungsgefahr – ebenfalls geringer ist.

Um schnell einen vollständigen Schutz für alle Mitarbeitenden, die regelmäßig in unmittelbaren Patientenkontakt stehen, zu erhalten, haben sich die Vorstände entschlossen, allen bisher nicht geimpften Mitarbeitenden die Impfung mit dem AstraZeneca Impfstoff anzubieten. Ausschlagge- bend dafür sind zum einen der persönliche Schutz des Einzelnen vor einem schweren Verlauf einer schweren Covid-19-Erkrankung und auf der anderen Seite die Verantwortung unserer Mitarbeitenden gegenüber den Patienten und nicht zuletzt auch gegenüber der Gesellschaft. Ein anderer Impfstoff wird für mehrere Monate nicht zur Verfügung stehen.

Für das Universitätsklinikum Köln:

Univ.-Prof. Dr. med. Edgar Schömig, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender

Für das Universitätsklinikum Münster:

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hugo Van Aken; Prof. Dr. Stephan Ludwig;
Univ.-Prof. Dr. med. Alexander Mellmann; Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang E. Berdel; Univ.-Prof. Dr. med. Heribert Jürgens; Dr. med. Peter Czeschinski

Für das Universitätsklinikum Bonn:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve, MBA, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender

Für das Universitätsklinikum Düsseldorf:

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender; Univ.-Prof. Dr. med. Tom Lüdde, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie; Univ.-Prof. Dr. med. Jörg Timm, Direktor des Instituts für Virologie

Für das Universitätsklinikum Essen:

Univ.-Prof. Dr. med. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender; Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie;
Univ.-Prof. Dr. med. Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie

Die Originalmeldung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW finden Sie hier.

Nach oben scrollen