Mikrobiologie

Die Diagnostik von Infektionserkrankungen ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Medizin. Die meisten Infektionen können heutzutage trotz zunehmender Resistenzentwicklung gegenüber Antibiotika erfolgreich behandelt werden, wenn sie richtig und schnell genug erkannt werden. Hierzu wird im Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene in Abhängigkeit von der klinischen Fragestellung und den eingesandten klinischen Untersuchungsmaterialien ein umfangreiches modernes Methodenspektrum eingesetzt, welches mikroskopische, kulturelle, biochemische, massenspektrometrische, serologische und molekularbiologische Verfahren zum Nachweis von krankheitsverursachenden Bakterien, Pilzen und Parasiten umfasst. Ziel ist es, die Ursachen für Infektionskrankheiten in der kürzest möglichen Zeit zu finden, die Erreger zu identifizieren, eine Testung der Antibiotikaempfindlichkeit durchzuführen und darauf basierend ein rationales Therapiekonzept zu entwickeln. Hierbei sind eine enge Zusammenarbeit und ein kontinuierlicher Dialog zwischen technischem Personal, Laborärzten und Klinikärzten für eine optimale Patientenversorgung von zentraler Bedeutung.

Schnelle Erregeridentifikation

Die erfolgreiche Behandlung von Infektionserkrankungen erfordert einen Erregernachweis sowie eine Bestimmung der Antibiotikaempfindlichkeit im Idealfall innerhalb eines Tages, um schnellstmöglich eine optimale und auf den ursächlichen Erreger abgestimmte Antibiotikabehandlung beginnen zu können. Eine konventionelle, auf kulturellen Verfahren basierende mikrobiologische Diagnostik benötigt hierfür allerdings 48-72 Stunden. Durch den vermehrten Einsatz molekulabiologischer und massenspektrometrischer Untersuchungstechniken sowie Hybridisierungsverfahren sowie durch optimierte Logistik haben wir die Zeitdauer bis zum Vorliegen eines mikrobiologischen Ergebnisses in vielen Fällen bereits um 24 h reduzieren können. Durch Verwendung modernster Techniken werden wir eine weitere kontinuierliche Beschleunigung der Diagnostik erreichen.

Ausbruchsmanagement

Eine Übertragung von Infektionserregern während eines Krankenhausaufenthalts stellt ein nicht unerhebliches Risiko für das Wohl der Patienten und das Ansehen des Krankenhauses dar. Daher muss sichergestellt werden, dass Häufungen von Krankenhausinfektionen frühzeitig erkannt und weitere Übertragungen verhindert werden, denn gehäufte Infektionen insbesondere mit multiresistenten Erregern sind oft mit erheblicher Morbidität und Letalität sowie mit erheblichen Kosten für das Krankenhaus verbunden.

Hierzu ist im Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene ein „Labor für Ausbruchsmanagement“ aufgebaut worden, in dem eine zeitnahe, in der Regel in Echtzeit durchgeführte Ausbruchsanalyse mit modernster Methodik (Next Generation Sequencing) durchgeführt wird, um Häufungen von Infektionserregern und Ausbrüche frühzeitig detektieren und sofortige Infektionskontrollmaßnahmen veranlassen zu können, aber auch um einen Verdacht auf einen Ausbruch möglichst frühzeitig zu entkräften.

Univ.-Prof. Dr. Harald Seifert

Univ.-Prof. Dr. Harald Seifert

Gesamtleitung und Sprecher des ABS Teams
Facharzt für Medizinische Mikrobiologie
Facharzt für Innere Medizin, Zusatzbezeichnung Infektiologie

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