05.10.2017
Pflege in Theorie und Praxis

Start des neuen Studiengangs Klinische Pflege

Studierende des neuen Studiengangs Klinische Pflege, Foto: Uniklinik Köln
Studierende des neuen Studiengangs Klinische Pflege, Foto: Uniklinik Köln

Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Uniklinik Köln und die Medizinische Fakultät der Universität zu Köln bieten erstmalig einen dualen Bachelorstudiengang für Klinische Pflege an. Ein vergleichbares universitäres Angebot gibt es in Nordrhein-Westfalen noch nicht – in Deutschland ist es nach Halle, Freiburg und Lübeck das vierte Angebot dieser Art. Heute (05.10.2017) starteten die ersten Studierenden verbunden mit einer Feierstunde zum Start des Dualen Studiengangs „Klinische Pflege“.
 
Innerhalb von vier Jahren absolvieren die Studierenden die Berufsausbildung zum "examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger" und parallel dazu erwerben sie den akademischen Grad des "Bachelor of Science Klinische Pflege".
 
Dieser neue Studiengang richtet sich an alle Bewerberinnen und Bewerber mit besonderem Interesse an einer Verbindung zwischen komplexer Patientenversorgung im Bereich der Hochleistungsmedizin und wissenschaftlichen Fragestellungen in der Pflege. „Von unseren heutigen Bewerbern in der Pflege haben 70 bis 80 Prozent Abitur. Diese Zielgruppe ist zunehmend auch an Angeboten von ausbildungsintegrierten Studiengängen interessiert“, erklärt Vera Lux, Pflegedirektorin und Vorstandsmitglied der Uniklinik Köln.
 
Einmal jährlich wird eine Gruppe von bis zu 25 Auszubildenden aufgenommen, die alle gemeinsam an der Uni studieren. So kann der Lernprozess zwischen den Lernorten Gesundheits- und Krankenpflegeschule, Universität und Praxis optimal aufeinander abgestimmt werden. „Unser Ziel ist es, künftige Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sowie -pfleger mit erweiterten Kompetenzen auszustatten, die für die Pflege von Menschen mit komplexen Versorgungsbedarfen und die interprofessionelle Zusammenarbeit im Behandlungsteam notwendig sind: Identifizieren von patientenbezogenen Risiken, Koordination komplexer Pflege- und Behandlungsprozesse, Planung einer nahtlosen Überleitung in die nachstationäre Versorgung, Anwendung aktueller, wissenschaftsbasierter Erkenntnisse, Vorbeugung von Pflegebedürftigkeit und Sicherstellung von Selbstbestimmung und größtmöglicher Selbständigkeit im Umgang mit Krankheit und Behinderung“, so Lux weiter.
 
Ziel ist es auch, in der Gesundheits- und Krankenpflege neue Bildungswege zu gehen – so wie dies seit Bologna in vielen anderen Ausbildungsberufen der Fall ist – und somit die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Pflegeberufs sicherzustellen. Die Studierenden werden für die direkte Patientenversorgung ausgebildet und können nach Abschluss von Ausbildung und Studium erweiterte Aufgaben übernehmen. Hierzu zählen beispielsweise Primary Nursing (eine Pflegefachkraft ist für die Gesamtdauer einer Behandlung für einen Patienten beziehungsweise eine Patientin verantwortlich, auch über mehrere Krankenhausaufenthalte hinaus), Entwicklung von neuen pflegerischen Angeboten wie zum Beispiel Patienteninformation und -anleitung, Optimierung von Abläufen im Krankenhaus oder auch das Hinterfragen von Routinen und die Anwendung neuer Erkenntnisse in der täglichen Praxis.

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