03/23/2021
Coronavirus

Kita-Testung Koeln

Mit der Lolli-Methode zu mehr Sicherheit

Felix Dewald und Prof. Dr. Florian Klein (v.l.), Fotos: Michael Wodak
Felix Dewald und Prof. Dr. Florian Klein (v.l.), Fotos: Michael Wodak

Seit dem 8. März 2021 nehmen 32 Kölner Kitas in der Stadt Köln am Pilotprojekt KiKo (Kita Testung Koeln) teil. Vier Wochen lang werden die Kinder und Erzieherteams in Rahmen einer Kooperation zwischen der Stadt Köln und der Uniklinik Köln zweimal wöchentlich auf freiwilliger Basis auf SARS-CoV-2 getestet. Zum Einsatz kommt hierbei die vom Institut für Virologie der Uniklinik Köln entwickelte Lolli-Methode. Um eine Vielzahl von Kindern untersuchen zu können, wird diese Methode mit einer sogenannten Pool-Testung kombiniert. Ziel des Projektes ist es, die Durchführbarkeit eines Screenings auf SARS-CoV-2 in Kitas zu untersuchen.

Zweimal wöchentlich lutschen die Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrich-Tupfer wie an einem Lolli. „Bei der Lolli-Methode handelt es sich um eine nicht-invasive und damit kinderfreundliche Probenentnahme, die einen sensitiven Nachweis von SARS-CoV-2 ermöglicht“, erklärt Felix Dewald, Assistenzarzt am Institut für Virologie an der Uniklinik Köln.

Die Proben werden in der Folge im sogenannten Pool-Verfahren getestet: Alle Tupfer einer Kita-Gruppe werden in ein gemeinsames Sammel-Röhrchen platziert und in einer PCR-Untersuchung im Labor getestet. Die Erzieherinnen und Erzieher können ebenfalls mitgetestet werden. Fällt das Ergebnis negativ aus, bedeutet dies, dass bei keinem der Kinder und niemandem aus dem Erzieher-Team eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde. Fällt das Ergebnis positiv aus, muss der Pool aufgelöst werden, weil mindestens eines der Kinder oder Personen mit SARS-CoV-2 infiziert ist. Das bedeutet, dass alle Personen, die in diesem Pool waren, nachgetestet werden müssen. In diesem Fall bleiben die Kinder der entsprechenden Kita-Gruppe am nächsten Tag zu Hause und geben eine Probe unter Anleitung ihrer Eltern ab. So können die infizierten Personen schnell identifiziert werden.

„In der aktuellen Situation sind kluge Teststrategien entscheidend, um Infektionsketten schnell zu erkennen und die Ausbreitung des Infektionsgeschehens zu stoppen. Mit KiKo haben wir ein Vorgehen entwickelt, welches uns das Infektionsgeschehen in Kitas besser bewerten lässt und die Sicherheit für die Kinder und das Erzieherteam erhöhen kann“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Florian Klein, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik Köln.

Das Test-Konzept wurde zusammen mit der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Infektiologie der Uniklinik Köln entwickelt und wurde nun in enger Abstimmung mit dem Gesundheits- und Jugendamt der Stadt Köln sowie logistischer Unterstützung durch das MVZ Labor Dr. Quade & Kollegen GmbH eingesetzt.

„Die Uniklinik Köln unternimmt große Anstrengungen, um praktikable Lösungen zur Bewältigung der Krise zu entwickeln. Dieses Test-Programm stösst bei den Eltern und dem Kita-Personal auf breite Akzeptanz und eine hohe Bereitschaft zur Unterstützung. Damit ist eine autarke Probensammlung ohne medizinisch geschultes Personal in der Kita machbar”, betont Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Köln. Robert Voigtsberger, Dezernent für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln, ergänzt: „Unser Ziel ist es, dass Familien durch einen hohen Teststandard maximale Planungssicherheit bezüglich der Betreuung ihrer Kinder in der Kita erhalten. Für die Entwicklung der Kinder ist das essenziell und wir unterstützen die Eltern dabei, wieder ihrem beruflichen Alltag nachzugehen. Durch die gemeinsame Testung mit den Kindern wächst zudem die Sicherheit für die Beschäftigten am Arbeitsplatz.“

Zudem wird KiKo auch in anderen Städten angewandt. So werden beispielsweise in Solingen 90 Kitas regelmäßig getestet. „Wir haben das Test-Konzept mit allen Informationen zur freien Verfügung gestellt und begrüßen es sehr, wenn andere Städte dieses oder andere systematische Testkonzepte in Kitas einsetzen“, erklärt Prof. Dr. Florian Klein.

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