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24.10.2013

In Köln – niedrigster Krankenstand in NRW

DAK-Gesundheitsreport 2013

Die Domstadt verzeichnet weniger Kranke als der Rest des Bundeslandes, es gibt mehr Psychische Erkrankungen in Köln und die Job-Belastung durch ständige Erreichbarkeit betrifft zwar wenige, diese aber vehement – das waren die zentralen Themen auf der heutigen (23.10.2013) gemeinsamen Pressekonferenz der Krankenkasse DAK-Gesundheit und der Uniklinik Köln. Der Schwerpunkt des DAK-Gesundheitsreports 2013 lag auf Psychischen Erkrankungen.

„Der Krankenstand in Köln ist 2012 leicht gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen gingen um 0,1 Prozentpunkte zurück, während sie in Nordrhein-Westfalen insgesamt gleich blieben. Mit 3,2 Prozent hatte Köln gemeinsam mit Düsseldorf den geringsten Krankenstand in Nordrhein-Westfalen, der Landesdurchschnitt betrug 3,8 Prozent“, so Thomas Rückert DAK-Gesundheit, Leiter Servicezentrum Köln (Neumarkt).

Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern in Köln 32 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Nordrhein-Westfalen wurde mit 5,1 Prozent in Gelsenkirchen und Bottrop verzeichnet.

Die meisten Krankschreibungen erfolgten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Bei den Fehltagen folgten Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände auf dem zweiten Platz, wobei es hier einen leichten Anstieg gab. Dagegen nahmen die Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis um 2,5 Prozent ab.

 „Der leicht sinkende Krankenstand in der Region ist ein positives Signal“, kommentierte Rückert. „Damit sich die Entwicklung fortsetzt, sind Arbeitnehmer und Betriebe gefragt. Zu einem gesunden Leben gehört auch der wichtige Bereich des Arbeitslebens. Durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement können Unternehmen selbst dazu beitragen, dass der Krankenstand bei ihren Beschäftigten sinkt. Ansätze bieten zum Beispiel die Themen Ernährung, Entspannung und Bewegung“, so Rückert. 

In der Pressekonferenz folgte nun der Schwerpunkt zum Thema Psychische Erkrankungen. Hierzu sprach als Experte Dr. Christian Konkol, Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln. Nach seiner Einschätzung – und derer weiterer Experten – nehmen die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen vor allem zu, weil Betroffene und Ärzte inzwischen anders mit seelischen Leiden umgehen. „Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären“, erklärte Dr. Konkol.

Vor zehn Jahren spielte auch das Phänomen „Burnout“ bei Krankschreibungen kaum eine Rolle. Die aktuelle Diskussion über einen steilen Anstieg dieser Erkrankung in jüngster Zeit muss relativiert werden. So tritt bei Fehltagen zum Beispiel die Diagnose Depression acht Mal häufiger auf. 2012 haben die Ärzte in Nordrhein-Westfalen nur bei jedem 540. Mann und jeder 390. Frau ein „Ausbrennen“ auf der Krankschreibung vermerkt. „Burnout ist offensichtlich kein Massenphänomen“, betonte Dr. Konkol. „Es ist eine Art Risikozustand und keine Krankheit.“ Der Begriff sei aber durch viele Medienberichte positiver besetzt und sozial akzeptierter als eine Depression.

Abschließend ging es in der gemeinsamen Pressekonferenz um die Frage, ob ständige berufliche Erreichbarkeit verstärkt zu Depressionen führen kann. Laut Studie der DAK-Gesundheit 2013 sind berufliche Telefonate außerhalb der Arbeitszeit sehr viel weniger verbreitet, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. In Nordrhein-Westfalen geben zum Beispiel 61 Prozent der Beschäftigten an, dass sie noch nie außerhalb der Arbeitszeit von Kollegen angerufen wurden. 70 Prozent der Befragten bekommen nach Feierabend auch keine E-Mails. Allerdings steigt mit dem Ausmaß an Erreichbarkeit auch das Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken. Jeder vierte Beschäftigte, der ständig erreichbar ist, leidet unter einer Depression. Dr. Christian Konkol, Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln, hierzu: „Für diese kleine Gruppe hat der Wegfall der Grenze zwischen Beruf und Privatleben einen hohen Preis.“

Obwohl Psychische Erkrankungen meist zu sehr langen Ausfallzeiten führen, ist die Diagnose aus Sicht der Beschäftigten in vielen Unternehmen weiterhin eine Art Stigma. Ein Vergleich der DAK-Gesundheitsreporte für die Jahre 2004 und 2012 zeigt, dass aktuell das Verständnis von Mitarbeitern und Kollegen eher pessimistischer eingeschätzt wird. Neue Daten zeigen: Fast jeder zweite Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen würde möglichst niemanden sagen, wenn er an einer psychischen Erkrankung leidet. „Hier besteht aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf für Betriebe und betroffene Mitarbeiter, das Thema aus der Tabuzone herauszuholen“, fordert Thomas Rückert, DAK-Gesundheit.

Die DAK-Gesundheit hat rund 1,2 Millionen Versicherte in Nordrhein-Westfalen, davon rund 64.000 in Köln.   

Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: +49 221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

Thomas Rückert
DAK-Gesundheit
Leiter Servicezentrum Köln (Neumarkt)
Telefon: +49 221 985415-2253
E-Mail: Thomas.Rueckert@mail.dak.de

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