28.09.2012

Kontroverser Dialog zum Leben mit HIV

3. Fachtagung HIV-KONTROVERS in Köln

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer und Dr. Tim Kümmerle von der Infektiologie der Uniklinik Köln haben sich heute (29. September 2012) etwa 180 Experten zur 3. Fachtagung HIV-KONTROVERS in Köln getroffen. Veranstalter waren die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) und die AIDS-Hilfe NRW.


Vertreter aus Aidshilfe, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, Medizin, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie Menschen mit HIV aus ganz Nordrhein- Westfalen diskutierten kontrovers über medizinische und soziale Fragen zum Leben mit HIV. Das Themenspektrum erstreckte sich von der strafrechtlichen Bewertung einer HIV-Übertragung über die Perspektiven einer Heilung von HIV bis zur Frage nach gezielten Botschaften der
Prävention. Außerdem diskutieren die Konferenzteilnehmer über Strategien der Therapievereinfachung und darüber, welchen Stellenwert die HIV-Therapie in der Prävention einnehmen könnte. „Wir freuen uns, diese spannende Veranstaltung in Köln austragen zu können. Viele interessante aktuelle Themen aus der HIV-Medizin werden aufgegriffen,“ sagte Prof. Fätkenheuer von der Uniklinik Köln. „Trotz aller
medizinischen Erfolge auf dem Gebiet der HIV-Behandlung bleiben viele
Herausforderungen für Patienten, Angehörige und behandelnde Ärzte, für die Lösungen gefunden werden müssen. HIV-KONTROVERS leistet hier einen wertvollen Beitrag.“ „Der medizinische Erfolg, der wissenschaftliche Fortschritt und die gesellschaftliche Beschäftigung sind untrennbar an die Bereitschaft zum
Dialog, die Beharrlichkeit und das Engagements der beteiligten Akteurinnen und Akteure geknüpft“ sagte DAIG-Präsident Prof. Georg Behrens. „Alle Kontroversen blicken in die Zukunft und greifen Inhalte auf, denen wir uns individuell und als Gesellschaft stellen müssen.“ „HIV-KONTROVERS ermöglicht uns einen konstruktiven Dialog, um zielgruppennahe Prävention und patientenorientierte
Behandlungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln“, erklärte Klaus-Peter Schäfer, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW. „Verantwortung im Umgang mit HIV ist nicht teilbar und darf in keinem Fall allein auf die Menschen mit HIV abgewälzt werden. Nur so können Diskriminierung und Stigmatisierung verhindert werden.“
Bürgermeister Manfred Wolf überbrachte das Grußwort der Stadt Köln. „Die Diskussion kontroverser Standpunkte und Entwicklung innovativer Konzepte der HIV-Prävention hat in Köln eine lange und gute Tradition“, sagte Wolf. „Köln ist als Großstadt schließlich nicht nur ein Epizentrum der HIV-Infektionen, Köln ist ebenfalls ein Zentrum streitbarer Diskussionen, innovativer Ideen und zukunftsweisender Konzepte rund um HIV.“

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer
Infektiologie / Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-3324
E-Mail: gerd.faetkenheuer@uk-koeln.de

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