03.04.2012

Neue Räume für die Versorgungsforschung

Brückeninstitut fertig gestellt

Das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) wird heute (03.04.2012) feierlich eröffnet. Nach einer mehrmonatigen Umbauphase sind auch die neuen Räume des CareResearchLab Cologne (CRLC) eingerichtet. Damit ist die letzte Bauphase abgeschlossen und das Brückeninstitut IMVR fertig gestellt.

Das neue Institut ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung derHumanwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln (Brückeninstitut). Zweck der Kooperation ist die interdisziplinäre Forschung und Lehre auf den Gebieten der Prävention, Kuration und Rehabilitation. Das IMVR hat seine Wurzeln im Zentrum für Versorgungsforschung (ZVFK).„Die Versorgungsforschung hat sich in den letzten Jahren etabliert“, so Prof. Dr. Holger Pfaff, Direktor des IMVR. „Wir untersuchen die Versorgung von Einzelnen und der Bevölkerung mit gesundheitsrelevanten Produkten und Dienstleistungen in ihrem Alltag. Dabei schaffen wir einen Abgleich zwischen dem, was wissenschaftliche Experten wie zum Beispiel Kliniker und Sozialpädagogen erarbeiten und dem, was draußen am Patienten oder am alten Menschen mit Behinderungen ankommt. Wir haben quasi die letzte Meile im Blick.“ „Einen Schwerpunkt im IMVR wird die Durchführung von Befragungen im Gesundheits- und Sozialwesen darstellen. Je nach Fragestellung werden alle am Prozess Beteiligten befragt – also: Patienten, Menschen mit Behinderung, alte Menschen, Angehörige, Mitarbeiter und Einweiser. Hierbei kommt uns unsere empirisch-methodische Expertise auf dem Gebiet der empirischen Sozialforschung, also: Befragungsmethoden, Studiendesigns, Auswertungsmethoden und Evaluationsmethoden aus unserer bisherigen Arbeit zugute.“, so Prof. Holger Pfaff.Eine weitere Aufgabe des IMVR ist es, an der Erforschung von bereits bestehenden Leitlinien mitzuwirken. „Es geht gerade auch im Gesundheitssystem und im Bereich der Sozialeinrichtungen darum, Lernprozesse in Gang zu setzen und – vielleicht noch wichtiger – in Gang zu halten. “In den Forschungsschwerpunkten „Interaktion und Organisation in der Versorgung“, „Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen“ und „Arbeit und Gesundheit“ werden die Wissensgrundlagen zur Verbesserung der Kranken- und Pflegeversorgung sowie der Behindertenhilfe geschaffen. Ziel ist es, die Versorgungsorganisationen, wie beispielsweise Kliniken, auf der Basis dieses Wissens so zu gestalten und zu führen, dass die Mitarbeiter und die von ihnen betreuten Menschen in ihrer Gesundheit, ihren Kompetenzen und ihrem Integrationsgrad systematisch gefördert werden.Ein Teil des neuen Instituts ist das CareResearchLab Cologne (CRLC). Es dient der Durchführung experimenteller Versorgungsstudien im verhaltenswissenschaftlichen Bereich. Dieser neue Forschungszweig widmet sich der Untersuchung von Interaktions- und Gruppenprozessen. Im Videoanalyse-Labor werden hier beispielsweise Patient-Arzt- Gespräche beobachtet und analysiert. Außerdem kann das Videoanalyse- Labor auch für Kompetenztrainings in Forschung und Lehre genutzt werden. „Die Videoanalyse ist für uns eine innovative Methode der empirischen Sozialforschung. Die moderne Ausstattung umfasst einenUntersuchungsraum, eine Spiegelwand, einen Analyse- und Beobachtungsraum, Kameras, Mikrophone sowie moderne Software zur Transkription, Codierung, Verwaltung und Archivierung des Datenmaterials. Wir können hier selbst seit Jahren praktizierenden Ärzten noch Hinweise und Tipps für Ihren Umgang mit Patienten geben“, so Prof. Pfaff.Für Rückfragen:Prof. Dr. Holger PfaffDirektor Institut für Medizinsoziologie,Versorgungsforschung und RehabilitationswissenschaftTelefon: 0221 478-97101E-Mail: imvr-direktor@uk-koeln.dewww.imvr.de

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