Am Herzzentrum der Uniklinik Köln ist es dem Ärzteteam um Univ.-Prof. Dr. Stephan Baldus, Direktor der Klinik III für Innere Medizin, Priv.-Doz. Dr. Matti Adam und Dr. Dennis Mehrkens gelungen, erstmalig in Nordrhein-Westfalen eine Sapien M3 Mitralklappenprothese erfolgreich zu implantieren. Damit zählt die Uniklinik Köln zu den ersten drei Zentren in Deutschland, die seit der CE-Zulassung dieses neuartige Verfahren anwenden.
Bei der Sapien M3 handelt es sich um ein innovatives Herzklappenimplantat, das minimalinvasiv und kathetergestützt – also ohne Öffnung des Brustkorbs – über die Leiste in den Körper eingebracht und anschließend unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle zum Herzen geführt wird. Dort ersetzt die Prothese die geschädigte Mitralklappe, die zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer sitzt. Eine Undichtigkeit der Mitralklappe („Mitralklappeninsuffizienz“) führt häufig zu Luftnot, eingeschränkter Belastbarkeit und Herzschwäche.
Bei der Sapien M3 handelt es sich um ein zweiteiliges System aus einem flexiblen Anker („Dock“), der um die Mitralklappe gelegt wird, und einer biologischen Herzklappe, die anschließend darin verankert wird. Dieses Design ermöglicht eine stabile Fixierung unabhängig von Verkalkungen und reduziert das Risiko einer Verengung des Herzausflusstrakts.
„Mit der Sapien M3 steht uns nun ein weiteres, vielversprechendes Verfahren zur Verfügung, das eine sichere und effektive Therapie für Hochrisikopatientinnen und -patienten mit schwerer Mitralklappeninsuffizienz ermöglicht, und zwar im Gegensatz zu anderen Systemen ausschließlich über einen Gefäßzugang. Davon erhoffen wir uns ein deutlich besseres Sicherheitsprofil.“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Matti Adam.
Prof. Baldus ergänzt: „Der kathetergestützte Ersatz der Mitralklappe gilt als eine der größten Herausforderungen der modernen Kardiologie. Dass wir nun als eines der ersten Zentren in Deutschland die Sapien M3 implantieren konnten, unterstreicht die Rolle der Uniklinik Köln als führendes Zentrum für innovative Herzklappentherapien.“ Mit dem erfolgreichen Eingriff setzt das Herzzentrum seinen Anspruch fort, neue katheterbasierte Verfahren frühzeitig in die klinische Praxis zu überführen und so maßgeblich an der Weiterentwicklung schonender Therapieoptionen struktureller Herzerkrankungen mitzuwirken.



