01.04.2020
Personalia

Gefäßchirurgie unter neuer Leitung

Prof. Dorweiler folgt dem Ruf an die Uniklinik Köln

Prof. Dr. Bernhard Dorweiler, Foto: Klaus Schmidt
Prof. Dr. Bernhard Dorweiler, Foto: Klaus Schmidt

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Dorweiler ist seit heute (01.04.2020) der neue Direktor und Lehrstuhlinhaber der Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie im Herzzentrum der Uniklinik Köln und an der Medizinischen Fakultät. Der Mediziner tritt damit die Nachfolge von Univ.-Prof. Dr. Jan Brunkwall an. Zu den wichtigsten Schwerpunkten des 49-Jährigen gehören die Therapie von komplexen Aortenerkrankungen und individualisierte biologische Rekonstruktionsverfahren. Dabei setzt er vor allem auch auf die digitale Weiterentwicklung der Chirurgie, die er aktiv vorantreibt.

Prof. Dorweiler studierte bis 1997 Humanmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und promovierte dort an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Auf seine Weiterbildung zum Facharzt für Chirurgie in der Unfallchirurgie sowie der Allgemein- und Abdominalchirurgie folgte seine Weiterbildung und Spezialisierung in der Gefäßchirurgie. Von 2008 bis 2009 absolvierte der Mediziner einen DFG-geförderten Forschungsaufenthalt an der Columbia University in New York. Ende 2008 habilitierte er und erhielt die venia legendi. Nach seiner Rückkehr im Jahr 2009 übernahm Prof. Dorweiler dann Anfang 2010 die Leitung der Abteilung für Gefäßchirurgie an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz. Im Jahr 2015 folgten die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor sowie zum stellvertretenden Klinikdirektor.

Als neuer Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber mit W3-Professur vertritt er das gesamte Spektrum der Gefäßchirurgie an der Uniklinik Köln. Sein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf biologischen Rekonstruktions-verfahren, beispielsweise bei Erkrankungen der Aorta, der Becken- und Beinarterien. Dabei kombiniert der Experte individuell für jeden Patienten körpereigene Materialien und Gefäßersatzmaterialien biologischen Ursprungs. Offen-chirurgische und minimalinvasive endovaskuläre Therapieverfahren bei Aorten-Erkrankungen bilden einen weiteren Schwerpunkt des zweifachen Familienvaters, der bei seiner Arbeit vermehrt auch digitale Technologien nutzt. So hat er beispielsweise in Mainz die 3D-Drucktechnologie für die Herstellung individueller Gefäßmodelle zur OP-Planung komplexer gefäßchirurgischer Eingriffe eingesetzt.

Schwerpunkt seiner Arbeit der nächsten Jahre wird die Ergänzung und Weiterentwicklung des Behandlungsspektrums der Gefäßchirurgie auf höchstem Niveau sein – gemeinsam mit einem starken Team in einem hochkompetenten interdisziplinären Umfeld an der Uniklinik Köln. „Dies beinhaltet beispielsweise den Einsatz hochmoderner robotisch-navigierter Bildgebungsverfahren bei der Therapie von Aorten-Erkrankungen. Ergänzend dazu wollen wir die exzellente Forschungsinfrastruktur in Köln nutzen und innovative Behandlungskonzepte in die Patientenversorgung implementieren, bevorzugt im Rahmen kontrollierter Studien“, sagt Prof. Dorweiler. Der mehrfach ausgezeichnete Experte setzt dabei auf das Konzept einer individualisierten und nachhaltigen Gefäßtherapie, die eine individuelle patientenorientierte Vorgehensweise beinhaltet und beispielsweise bei Gefäßrekonstruktionen am Bein biologisches Material bevorzugt, um damit eine möglichst lange einwandfreie Funktionsdauer zu ermöglichen.

„Hinzu kommt der geplante Aufbau einer telemedizinischen Infrastruktur mit der Möglichkeit der Telekonsultation sowie der Videokonferenz. Dies schafft die Rahmenbedingung zur intensivierten Anbindung externer Partner, aber vor allem auch eine direkte Kontakt- und Informationsmöglichkeit für betroffene Patienten und Selbsthilfegruppen“, so der Mediziner. Für die studentische Lehre plant er die Weiterentwicklung digitaler Lehr- und Lernmethoden sowie die praxisnahe Heranführung an die spezifischen Technologien der digitalen Transformation, wie den Einsatz des 3D-Drucks. 

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