02.10.2017
Forschung

Größte Studie: Psychotherapie der Altersdepression

1,9 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium

Prof. Dr. Frank Jessen, Foto: Uniklinik Köln
Prof. Dr. Frank Jessen, Foto: Uniklinik Köln

Die Depression im höheren bis hohen Lebensalter ist eine schwerwiegende – bisweilen lebensgefährliche und zunehmende psychische Erkrankung. Psychotherapeutische Konzepte, die spezifisch die Themen des alten Menschen aufgreifen, liegen zwar vor, wurden bisher aber nur unzureichend in klinischen Studien geprüft.

Mit einer Gesamtsumme von über 1,9 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die weltweit größte multizentrische Studie zur Psychotherapie der Altersdepression unter der Koordination von Prof. Dr. Frank Jessen, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Köln zusammen mit Prof. Dr. Martin Hautzinger, Universität Tübingen.

„Da medikamentöse antidepressive Therapien im höheren Alter häufig auf Grund von Kontraindikationen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nur begrenzt eingesetzt werden können und auch in ihrer Wirksamkeit schwächer sind als im jüngeren Lebensalter, wären nachgewiesen wirksame psychotherapeutische Strategien zur Behandlung der Altersdepression von großem Wert“, so Prof. Jessen.

In der Studie, an der insgesamt sieben Zentren in Deutschland beteiligt sind, werden insgesamt 248 Personen über jeweils acht Wochen mit einer spezifisch für die Altersdepression entwickelten verhaltenstherapeutischen Intervention im Vergleich zu einer unspezifischen unterstützenden Therapie behandelt.

Vorrangiges Ziel der Studie ist es, die Depressivität sechs Monate nach Beginn zu untersuchen. „Sollte die Studie die Wirksamkeit von spezifischer Psychotherapie im Alter belegen, würde ein sofort implementierbares wirksames Behandlungsverfahren für diese häufig komplex zu therapierende Patientengruppe zur Verfügung stehen.“ sagt der Koordinator der Studie Prof. Jessen.

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