10.10.2014
Personalia

"Preisregen" für die Augenheilkunde

Sechs Ärzte der Uniklinik Köln auf Jahrestagung geehrt

Mehrere Ärzte des Zentrums für Augenheilkunde der Uniklinik Köln sind auf der Jahrestagung 2014 der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Leipzig ausgezeichnet worden. Die Preise sind allesamt Forschungspreise und sie gehen alle an Nachwuchswissenschaftler innerhalb der Augenheilkunde der Uniklinik Köln.

Dr. Deniz Hos erhielt den Wissenschaftspreis der Stiftung Auge für seine Arbeiten zur anti(lymph)angiogenen Therapie an der Hornhaut zur Verbesserung des Transplantatüberlebens nach einer Hornhauttransplantation. Dr. Hos beschäftigt sich mit der Rolle von Makrophagen, auch bekannt als Fresszellen, bei der Entstehung von Lymphgefäßen. Sowohl Lymphgefäße als auch Makrophagen spielen eine wichtige Rolle bei der Abstoßung des Spendergewebes nach Hornhauttransplantation.

Dr. Franziksa Bucher erhielt den Sicca Förderpreis des Ressorts Trockenes Auge und Oberflächenstörungen. In ihrer Forschung untersucht Dr. Bucher den Zusammenhang zwischen Reduktion kornealer Nerven in verschiedenen Stadien der Fuchs’schen Endotheldystrophie und Symptomen des Trockenen Auges (Sicca) sowie neurotrophen Faktoren im Tränenfilm. Hierfür wird sie an Patienten mit Fuchs’scher Endotheldystrophie die in-vivo Konfokal-Mikroskopie zur Untersuchung der Nervendichte in der Hornhaut anwenden und ein Sicca-Screening durchführen.

Auch Dipl. Biol. Laura Schöllhorn gewann mit ihrem Konzept einer antilymphangiogenen Therapie zur Behandlung des Trockenen Auges den Sicca-Förderpreis 2014 des Ressorts Trockenes Auge und Oberflächenstörungen. Hierbei soll untersucht werden, ob eine Therapie, die das Auswachsen neuer Lymphgefäße in der eigentlich gefäßfreien Hornhaut verhindert, zu einer Verbesserung der Sicca-Symptomatik führt.

Dr. Uta Gehsen und Dr. Sebastian Siebelmann nahmen gemeinsamen den Wissenschaftspreis Trockenes Auge und Blepharitis entgegen. Die Jury zeichnete damit ihre Arbeiten zur Entwicklung, Veränderung und Echtzeitanalyse von Bindehaut-assoziiertem lymphatischen Gewebe aus. Ziel der Arbeiten ist die nicht-invasive Diagnostik von Entzündungen an der Augenoberfläche. Hintergrund dieser Arbeit ist, dass es bei der Entwicklung des Trockenen Auges zu einer chronischen Entzündung der Augenoberfläche kommt. Wie weit diese Entzündung fortgeschritten ist und welche Zellen an diesen Prozessen beteiligt sind, ist mit heutigen diagnostischen Verfahren nur sehr begrenzt zu bestimmen. Mit Hilfe einer neuen Technologie – der Multi-Photonen-Mikroskopie – sollen Entzündungszellen ohne Gewebeentnahme über einen längeren Zeitraum in ihrer Entwicklung untersucht werden können.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dr. Marcus Karlstetter. Ihm wurde von der PRO RETINA Deutschland e. V. und der Retina Suisse der Forschungspreis „Retinitis Pigmentosa 2014“ zuerkannt. In seiner Arbeit hat Dr. Karlstetter im Labor ein Tiermodell mit einem fehlenden Protein (Fam161a-Protein) erzeugt und nachgewiesen, dass es zu einer Degeneration bestimmter Strukturen in der Netzhaut kommt. Mit immunhistochemischen Methoden konnte er dann den Weg zur Fehlsteuerung demonstrieren und zeigen, dass ein bestimmter Bereich des Fam161a-Proteins kritisch für die Funktion der ziliären Strukturen in den Photorezeptoren ist. Die Entdeckung dieser Defekte im ziliären Transportprozess als Ursache für Retinitis pigmentosa ist dadurch deutlich besser verstanden und zeigt neue Therapieoptionen auf.

Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: +49 221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

Pressemitteilung "Preisregen" für die Augenheilkunde als pdf-Download

Nach oben scrollen