16.10.2018
Wiederbelebung

Social Media Kampagne zum ersten „World Restart a Heart Day“

Jeder, überall auf der Welt, kann Leben retten

Bild: ILCOR
Bild: ILCOR

Der Herzkreislaufstillstand außerhalb eines Krankenhauses gehört in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Allein in den USA und Europa verdeutlichen jährlich mehr als 700.000 Todesfälle eindrucksvoll, wie wichtig schnelle Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien wären. Unter anderem auf Initiative von Univ.-Prof. Dr. Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an der Uniklinik Köln, findet heute (16.10.2018) der erste „World Restart a Heart Day“ unter der Schirmherrschaft des International Liaison Committee on Resuscitation statt. Mit der Social Media Kampagne #WorldRestartAHeart des German Resusitation Council (GRC) will der Anästhesist anlässlich dieses Tages weltweit Menschen für das Thema Laienreanimation mobilisieren.

Bei einem Herzkreislaufstillstand ist vor allem die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff extrem wichtig. Eine sofortige Herzdruckmassage kann den dafür nötigen Blutfluss sicherstellen, denn bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff beginnt das Gehirn zu sterben. Der frühe Beginn der Wiederbelebung durch Angehörige oder Passanten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gilt als der wichtigste Faktor, um die Überlebenschancen der Patienten mindestens zu verdoppeln oder sogar zu vervierfachen.

Jeder, überall auf der Welt, kann Leben retten – so lautet das Motto des ersten World Restart a Heart Day. Um weltweit auf die Bedeutung des Themas hinzuweisen, hat Prof. Böttiger als Vorstandsvorsitzender des GRC gemeinsam mit anderen eine Social Media Kampagne initiiert, an der sich alle Kontinente von Amerika über Asien, Afrika bis Australien aktiv beteiligen. Dabei ruft der GRC  dazu auf, ein Foto von sich mit dem Logo des World Restart a Heart Day und dem Hashtag #WorldRestartAHeart in den sozialen Netzwerken zu posten. Schon viele prominente Gesichter wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer oder auch Influencerin Lisa Sophie Laurent haben sich an der Kampagne beteiligt.

„Während in manchen Ländern wie Schweden oder Norwegen die Laienreanimationsraten zwischen 60 und 80 Prozent liegen, beginnen Laien in vielen anderen Ländern, unter anderem auch Deutschland, nur in 30 bis 40 Prozent der Fälle mit der Wiederbelebung. Könnten die hohen Quoten auf der ganzen Welt umgesetzt werden, dann würden jährlich mehrere hunderttausend Leben zusätzlich gerettet werden, in Deutschland sind es 10.000 Menschenleben zusätzlich – diese Nachricht wollen wir auch an politische Entscheidungsträger senden“, erklärt Prof. Bernd Böttiger. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir mit dem ,World Restart a Heart Day’ weltweit auf die enormen Möglichkeiten durch die Laienreanimation hinweisen und so viele Institutionen und Menschen wie möglich zur Teilnahme motivieren“, so der Mediziner weiter.

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