06.12.2016
Krebserkrankungen

Personalisierte Krebsmedizin: Für jeden Krebs eine maßgeschneiderte Therapie?

„Precision oncology“ – 32. Klenk Symposium 2016

32. Ernst Klenk Symposium zu personalisierter Krebsmedizin, Foto: Uniklinik Köln

Jeder Mensch besitzt eine „persönliche“ Grundausstattung von Genen. Dementsprechend kann die gleiche Krebserkrankung bei verschiedenen Personen unterschiedliche Ursachen haben. Hier setzt die Personalisierte Krebsmedizin an, bei der Tumore zielgerichtet angegriffen werden. Diese neue Behandlungsstrategie, welche die jeweiligen persönlichen genetischen Grundlagen des Patienten miteinbezieht, ist Thema des 32. Ernst Klenk Symposium an der Uniklinik Köln.  

Anstatt den gesamten Organismus eines Krebspatienten einer toxischen Radio- oder Chemotherapie auszusetzen, werden Substanzen eingesetzt, die zielgerichtet in spezifische Signalwege eingreifen, welche in Tumorzellen durch genetische Veränderungen überaktiviert sind. Um diese neuen Substanzen – die sogenannten „targeted drugs“ – gezielt einsetzen zu können, muss die Kartographierung der genetischen Veränderungen des Tumors am Anfang der personalisierten Behandlungsstrategie von Krebspatienten durchgeführt werden.

32. Ernst Klenk Symposium
Precision oncology: Translating basic discoveries into patient survival
Termin: 08. - 10. Dezember 2016
Ort: MTI-Hörsaalgebäude (44b), Zugang nur über die Joseph-Stelzmann Str. 26, 50931 Köln
Eintritt: frei (online-Registrierung erforderlich)


Auf diese Weise können die sogenannten "Driver Mutationen" identifiziert werden, die für die maligne Transformation und die Aufrechterhaltung des tumorösen Status verantwortlich sind. Die Genprodukte, die durch diese mutierten DNA Abschnitte kodiert werden, stellen somit die prädestinierten Ziele für eine auf den betreffenden Krebspatienten zielgerichtete personalisierte therapeutische Intervention dar.

Gemeinsam mit dem Londoner Professor Charles Swanton ist es den beiden Kölner Krebsforschern Prof. Dr. Christian Reinhardt und Prof. Dr. Roman Thomas gelungen, international ausgewiesene Spitzenforscher nach Köln einzuladen. Charles Swanton, dessen Schwerpunkt auf der Erforschung des Lungenkrebses liegt, wird die diesjährige Klenk Lecture halten. Als Initiator des Projekts TRACERx, einer Studie von Patienten mit primären nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), verfolgt er die Krebsentwicklung in dieser am häufigsten vorkommenden Lungenkrebsart.

In vier Vortragsteilen wird über Erforschung der Mechanismen der genetischen Veränderungen, welche die Tumorentwicklung steuern und aufrechterhalten, über die molekularen Mechanismen der klonalen Entwicklung der Tumorzellen und über die Genetik von Therapeutikaresistenzen, sowie über den Austausch von Signalen zwischen den malignen Zellen mit ihrem Mikromillieu berichtet.


Weitere Informationen unter:
http://www.cmmc-uni-koeln.de/events/ernst-klenk-symposium/ernst-klenk-symposium-2016/ 

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