09.06.2015 Augenheilkunde

Lichtschäden und Immuntherapie bei Altersblindheit

Kooperation der Unikliniken Köln und Zürich in der Sehforschung

Prof. Dr. Thomas Langmann, Foto: Uniklinik Köln

Starke Lichteinstrahlung auf die Augen und chronische Immunprozesse sind wichtige Risikofaktoren für Altersabhängige Makuladegeneration, im Volksmund auch Altersblindheit genannt. Ein Deutsch-Schweizer Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Langmann von der Uniklinik Köln untersucht nun erstmals den Zusammenhang von Licht und Immunsystem bei der Schädigung der alternden Netzhaut. 

Fast zwei Millionen Menschen in Deutschland sind von Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) betroffen. Die Erkrankung zerstört Sehzellen vor allem am Ort des schärfsten Sehens in der Netzhaut, der sogenannten Makula. Nur mit einer gut erhaltenen Makula können Menschen scharf sehen. Stark betroffene AMD Patienten können kaum noch lesen, keine Gesichter erkennen, nicht mehr Autofahren und sind dementsprechend nach rechtlicher Norm blind. Neben dem Alter selbst sind Rauchen, bestimmte genetische Veränderungen des Immunsystems und starke Lichteinflüsse auf die Augen Risikofaktoren für diese Erkrankung.

Die Schweizer Velux Stiftung fördert nun mit 375.000 Franken (rund 360.000 Euro) ein Deutsch-Schweizer Verbundprojekt von Prof. Dr. Thomas Langmann, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Immunologie des Auges am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln, und dem Labor von Prof. Dr. Christian Grimm des Universitätsspitals Zürich. Die Wissenschaftler untersuchen dabei in präklinischen Studien dezidiert die Netzhautschäden durch starke Lichteinstrahlung und erproben die Wirksamkeit von neuartigen Arzneimitteln, die das Immunsystem regulieren und so die Netzhaut schützen. Mit den Studienergebnissen soll ein neuartiger Therapieansatz zur Behandlung der Altersabhängigen Makuladegeneration entwickelt werden.

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