08.11.2018

Unterstützung für Frauen mit vererbtem Brustkrebsrisiko durch ein Entscheidungscoaching

Forschungsprojekt vom Innovationsfond gefördert

Prof. Dr. Stephanie Stock, Foto: Uniklinik Köln
Prof. Dr. Stephanie Stock, Foto: Uniklinik Köln

Frauen, die eine Mutation in dem Gen BRCA1 oder BRCA2 tragen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Brust- und/oder Eierstockkrebs zu erkranken. Sie haben jedoch die Möglichkeit, verschiedene präventive Maßnahmen zu ergreifen – vom intensivierten Früherkennungsprogramm für Brustkrebs bis hin zur prophylaktischen Entfernung des gesunden Brustdrüsengewebes und/oder der Eierstöcke/Eileiter. Wie und ob ein persönliches Coaching, ein so genanntes Entscheidungscoaching, die betroffenen Frauen bei dieser schwierigen persönlichen Entscheidung unterstützen kann, untersucht ein neues, vom Innovationsfonds der Bundesregierung über drei Jahre mit 2,1 Millionen Euro gefördertes Forschungskonsortium der Uniklinik Köln sowie weiterer Kooperationspartner.

In Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an Brustkrebs sowie knapp 7.800 an Eierstockkrebs. Bei circa 30 Prozent der Patientinnen liegt eine familiäre Häufung von Brust- und Eierstockkrebs vor. Rund 25 Prozent dieser Frauen tragen eine BRCA1- oder BRCA2-Genmutation, die ihr Erkrankungsrisiko deutlich erhöht. Wissen sie von der Mutation, haben die betroffenen Frauen verschiedene Möglichkeiten der Prävention. Sie können entweder an dem intensivierten Früherkennungsprogramm für Brustkrebs teilnehmen oder ihr gesundes Brustdrüsengewebe sowie beide Eierstöcke und Eileiter prophylaktisch entfernen lassen. Eine wissenschaftsbasierte Beratung der Betroffenen ist an diesem Punkt essentiell, um sie in ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts, EDCP-BRCA – Evaluation eines Decision Coaching Programms zur Entscheidungsunterstützung im Rahmen der Prävention bei BRCA1/2-Mutationsträgerinnen erhalten betroffene Frauen ein strukturiertes, modulares und bedarfsadaptiertes Coaching. Ziel des Coachings ist ein besseres Verständnis für Nutzen und Risiken der verschiedenen Präventionsstrategien. Damit können betroffene Frauen eine bewusste und informierte Entscheidung treffen.

Die Evaluation des Coachings wird unter Federführung der Uniklinik Köln bundesweit in sechs Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie mit etwa 400 Frauen durchgeführt. Zeigt das Projekt, dass das Entscheidungscoaching für die Betroffenen hilfreich ist, kann es in die bereits bestehenden Beratungsabläufe aller spezialisierten Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs des Deutschen Konsortiums integriert werden.

Das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Uniklinik Köln (Kommissarische Leitung Prof. Dr. Stephanie Stock) hat gemeinsam mit dem Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (Prof. Dr. Rita Schmutzler) die Konsortialführung inne. Weitere Konsortialpartner sind die Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln (Prof. Dr. Christian Albus) sowie das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Prof. Dr. Anke Steckelberg) und die Bergische Universität Wuppertal (Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu).

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