06.12.2023 Innere I

1,1 Mio. Euro für Else Kröner-Clinician-Scientist-Professur

Optimierung der Entwicklung und Gabe von antiinfektiven Antikörpern

Priv.-Doz. Dr. Dr. Philipp Schommers, Foto: Michael Wodak
Priv.-Doz. Dr. Dr. Philipp Schommers, Foto: Michael Wodak

Optimale Vereinbarkeit von Patientenversorgung und Forschung: Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) vergibt bereits zum fünften Mal in Folge drei Else Kröner-Clinician-Scientist-Professuren. In diesem Jahr geht eine davon an die Uniklinik Köln. Priv.-Doz. Dr. Dr. Philipp Schommers, Klinik I für Innere Medizin, beschäftigt sich mit der Optimierung der Entwicklung und Gabe von antiinfektiven Antikörpern. Die Professuren sind jeweils mit 1,1 Millionen Euro für maximal zehn Jahre ausgestattet – unter der Voraussetzung einer positiven Zwischenevaluation nach fünf Jahren.

Um die anwendungsbezogene und patientenorientierte medizinische Forschung zu verbessern, müssen Ärztinnen und Ärzte als sogenannte Clinician Scientists klinische Praxis und Forschung miteinander verknüpfen. Die Attraktivität des Clinician-Scientist-Berufswegs ist noch immer begrenzt, da es nach Ablauf bestehender Clinician-Scientist-Programme an geeigneten Anschlusspositionen fehlt. Als einen Lösungsansatz schreibt die EKFS seit 2019 jährlich drei Else Kröner-Clinician-Scientist-Professuren aus. „Sie bieten Ärztinnen und Ärzten mit herausragenden Leistungen in Patientenversorgung und Forschung die Möglichkeit, langfristig die Hälfte ihrer Arbeitszeit für Forschung und die andere Hälfte für Lehre und Patientenversorgung zu verwenden“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Michael Madeja, Vorstandsvorsitzender der EKFS. Aus 19 Bewerbungen wurden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren drei Bewerber ausgewählt.

Monoklonale Antikörper (mAb) haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Krebs revolutioniert. In jüngster Zeit werden zunehmend auch mAb entwickelt, die direkt gegen Viren und Bakterien gerichtet sind. Diese antiinfektiven mAb haben einzigartige Eigenschaften, die sie zu vielversprechenden Wirkstoffen für neuartige Behandlungs- und Präventionsstrategien gegen ein breites Spektrum von Viren und Bakterien machen. Für eine breitere klinische Anwendung fehlt es den Ärztinnen und Ärzten jedoch häufig noch an Erfahrung mit dieser neuen Medikamentenklasse.

Zudem besteht ein dringender Bedarf an neuen Antikörpern, die ein noch breiteres Erregerspektrum bekämpfen, Resistenzen vermeiden können und sich in klinischen Studien als sicher und wirksam erweisen. Im Rahmen des Projektes verfolgt Priv.-Doz. Dr. Dr. Philipp Schommers daher die folgenden Ansätze: Die Förderung der klinischen Kompetenz im Umgang mit antiinfektiven mAb durch umfassende Trainings- und Mentoring-Programme. Die Identifizierung von verwundbaren Angriffspunkten auf der Oberfläche von Bakterien und Viren, um diese mit neuen Antikörpern angreifen zu können. Zudem plant er den Aufbau einer klinischen Studienplattform, um neue mAb-basierte Therapiestrategien schnell an Patienten zu testen.

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