04.07.2018
CIO

10 Millionen Euro für junge Krebsforscher

Deutsche Krebshilfe initiiert Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum

Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek und Univ.-Prof. Dr. Christian Reinhardt, Foto: Uniklinik Köln
Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek und Univ.-Prof. Dr. Christian Reinhardt, Foto: Uniklinik Köln

Die Deutsche Krebshilfe hat heute bekanntgeben, deutschlandweit an insgesamt fünf Standorten Mildred-Scheel-Nachwuchszentren einzurichten. Das einzige Nachwuchszentrum in Nordrhein-Westfalen kommt an das Centrum für Integrierte Onkologie Köln/Bonn. Die Förderung hierfür beträgt 10 Millionen Euro in fünf Jahren.

„Die Onkologie erlebt momentan einen Paradigmenwechsel. Durch neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse verstehen wir die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung immer besser und tiefer. Um diese Veränderungen so schnell als möglich in die Patientenversorgung zu überführen, brauchen wir auch neue Ansätze in der Ausbildung“, so Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin und Vorstandsvorsitzender des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln.

„Unser Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum am CIO Köln/Bonn wird sich inhaltlich fokussieren auf die Entschlüsselung von genetischen Veränderungen, die zur Tumorentstehung führen. Überdies arbeiten unsere Forschungsgruppen in Köln an der Entwicklung von Therapieansätzen, die hochspezifisch solche Tumorzellen eliminieren, die bestimmte Mutationen in ihrer DNA tragen“, so  Univ.-Prof. Dr. Christian Reinhardt, Klinik I für Innere Medizin.

Die Kooperation mit dem Standort Bonn ist sinnvoll, weil dort eine große Expertise in der Immunologie und insbesondere der Tumorimmunologie besteht. „Diese Disziplin hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Renaissance erlebt. So gibt es mittlerweile zugelassene Medikamente, welche die Aktivität des Immunsystems, speziell von T-Zellen, gegen den Tumor erhöhen. Diese sogenannten Checkpoint-blockierenden Antikörper sind besonders wirksam bei Patienten, die eine hohe Mutationslast in ihren Tumoren haben“, so Prof. Reinhardt weiter. Dieses inhaltliche Zwischenspiel zwischen Tumorgenomik und Tumorimmunologie macht das Projekt so einzigartig.

„Bezogen auf konkrete Tumorerkrankungen wird sich unser Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum auf Bronchialkarzinome, die chronisch lymphatische Leukämie, das Hodgkin Lymphom, familiären Brust- und Eierstockkrebs, das kindliche Neuroblastom sowie das Glioblastom konzentrieren. Insgesamt werden durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe am CIO Köln/Bonn bis zu 40 junge Nachwuchswissenschaftler und Ärzte in den kommenden fünf Jahren profitieren. Es macht die junge Generation von Forschern fit für die Krebstherapie der Zukunft“, so Prof. Hallek.

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