28.11.2016
Preis für Translationale Infektionsforschung

DZIF ehrt Prof. Dr. Florian Klein

Prof. Dr. Florian Klein, Klinik I für Innere Medizin/ZMMK, Foto: Uniklinik Köln

Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) hat Prof. Dr. Florian Klein, Klinik I für Innere Medizin/Zentrum für Molekulare Medizin der Uniklinik Köln, mit dem DZIF-Preis für Translationale Infektionsforschung ausgezeichnet. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen der DZIF-Jahrestagung (24. bis 26. November 2016) in Köln verliehen. Das Ziel von Prof. Klein ist es, mit Hilfe von Antikörpern die HIV-Therapie zu verbessern und einen HIV-Impfstoff zu entwickeln. Seine Erforschung einer neuen Generation von breit-neutralisierenden Antikörpern hat weltweit Beachtung gefunden.  

Auf den ersten Blick haben die HIV Infektion und die daraus resultierende Immunschwächekrankheit AIDS ihren Schrecken verloren. Antivirale Therapien machen die Krankheit behandelbar. Doch die Kosten für die lebenslange Behandlung sind hoch – die Medikamente verursachen zum Teil schwere Nebenwirkungen, sie sind teuer, und weltweit haben bisher nur weniger als die Hälfte aller HIV Infizierten Zugang zu einer Therapie. In vielen Entwicklungsländern hat AIDS die Dimension einer Volkskrankheit angenommen.

Ziele der Wissenschaftler bleiben die Heilung und eine Impfung, die vor den HI-Viren schützt. Für beides könnten hochpotente breit-neutralisierende Antikörper eine wichtige Rolle spielen. An der Rockefeller University in New York hat Prof. Klein diese neue Generation von Antikörpern grundlegend erforscht. In Zusammenarbeit mit der Infektiologie der Uniklinik Köln (Leiter: Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer) und dem DZIF konnten er und seine Kollegen 2015 erstmals die antivirale Wirksamkeit und die Verträglichkeit in einer klinischen Studie nachweisen. „Das Besondere an breit-neutralisierenden Antikörpern ist die Fähigkeit, eine große Zahl unterschiedlicher HI-Viren effektiv zu neutralisieren“, erklärt Klein. Der Wirkmechanismus ist ein anderer als der von bisherigen Medikamenten und könnte somit ein neues Feld für die HIV-Behandlung und -Prävention aufmachen. Im DZIF entwickelt der Wissenschaftler seine Ansätze im Bereich der HIV Erkrankung und anderen Infektionen konsequent weiter. Die Uniklinik Köln bietet dabei mit der Translationalen Plattform und dem Zentrum für klinische Studien (ZKS) (Prof. Oliver Cornely), dem HIV Kohorten Netzwerk (Priv.-Doz. Dr. Janne Vehreschild) und der Infektionsambulanz (Priv.-Doz. Dr. Clara Lehmann) einen optimalen Standort.

Florian Klein studierte Medizin in Köln, Zürich, Bologna und Boston. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Assistenzarzt in der Klinik I für Innere Medizin in Köln und seiner Promotion 2009 wechselte er an die Rockefeller University in New York. Hier setzte er in der Arbeitsgruppe von Michel Nussenzweig seine wissenschaftliche Karriere fort. Neben seinen molekularbiologischen Arbeiten machte er auch die Translationale Medizin zu seinem Schwerpunkt. Nach Ernennung zum Instructor of Clinical Investigation und Chief Clinical Scholar wurde er 2013 Assistant Professor. 2015 folgte er einem Ruf nach Köln auf eine DFG-Heisenberg-Professur.

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