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20.04.2026 Medientipp

Familiäre Krebserkrankungen: Risiko über Generationen hinweg

Prof. Rhiem in der Sprechstunde des Deutschlandfunks

Prof. Dr. Kerstin Rhiem, Foto: Michael Wodak

Prof. Dr. Kerstin Rhiem, Leiterin des Klinischen Schwerpunkts Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs am Institut für Familiäre Tumorerkrankungen der Uniklinik Köln, war zum Thema „Familiäre Krebserkrankungen: Risiko über Generationen hinweg“ zu Gast im Medizin-Podcast Sprechstunde des Deutschlandfunks.

Im Gespräch mit Moderator Martin Winkelheide ging es um zentrale Fragen der modernen Krebsmedizin: Wann spricht man von einer erblichen Krebserkrankung? Welche Hinweise in der Familiengeschichte sind relevant? Für wen ist eine genetische Testung sinnvoll – und welche Möglichkeiten der Vorsorge und Prävention ergeben sich daraus?

Prof. Rhiem macht deutlich, dass erbliche Krebsrisiken kein Randthema sind: Genetische Veranlagungen betreffen grundsätzlich die gesamte Bevölkerung und können heute deutlich besser erkannt und eingeordnet werden als noch vor wenigen Jahren. Ziel sei es, Risikokonstellationen frühzeitig zu identifizieren, um Betroffenen eine individuell angepasste Vorsorge und Prävention zu ermöglichen. Hier setzt die von der Deutschen Krebshilfe geförderte MyRisk-Studie des Zentrums an, die im Rahmen des Mammographiescreenings die Implementierung einer personalisierten Risikoprädiktion und -kommunikation für eine risikoadaptierte Krebsfrüherkennung untersucht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die strukturierte Versorgung von Personen mit erhöhten Krebsrisiken in spezialisierten Zentren. Im Rahmen des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (DK-FBREK), das durch das Kölner Zentrum geleitet wird, erhalten Ratsuchende eine umfassende Betreuung – von der genetischen Beratung über Testverfahren bis hin zu maßgeschneiderten Früherkennungs- und Präventionsprogrammen.

Gleichzeitig werden in weiteren Studien wie der BRCA-P und der TUBA-WISPII neue Wege der Prävention erforscht, die darauf abzielen, das Krebsrisiko zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

Die Sendung bietet verständlichen Einblick in die Chancen der personalisierten Krebsprävention und zeigt, wie wichtig es ist, familiäre Risiken ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln.