
Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember beleuchtet der Kölner Stadt-Anzeiger das Zusammenspiel zweier Frauen, die stellvertretend für viele an der Uniklinik Köln stehen: Prof. Dr. Clara Lehmann, Leiterin der Infektionsambulanz der Klinik I für Innere Medizin, und Inge Vermeer, Pflegefachkraft mit über 35 Jahren Erfahrung in der HIV-Versorgung. Beide eint ein Ziel: Menschen mit HIV medizinisch und menschlich so zu begleiten, dass sie ein sicheres, selbstbestimmtes Leben führen können.
Prof. Lehmann beschreibt, wie sehr sich die Versorgung verändert hat: Dank wirksamer antiretroviraler Therapien können HIV-positive Menschen heute unter guter Betreuung weitgehend unbeeinträchtigt leben – und sind nicht mehr ansteckend. In der Ambulanz werden jedes Quartal rund 1500 Patientinnen und Patienten versorgt.
Der Artikel zeigt zugleich, wie wichtig die pflegerische Perspektive bleibt. Inge Vermeer hat die schweren Jahre der frühen 90er-Jahre erlebt, als viele Patienten noch starben und Stigmatisierung allgegenwärtig war. Sie erzählt von Solidarität auf der Station, von Menschen aus allen sozialen Schichten und von dem Vertrauen, das bis heute zentral für die Versorgung ist. Ihre Geschichten machen deutlich, wie sehr menschliche Zuwendung und kontinuierliche Begleitung zum Behandlungserfolg beitragen.
Doch Prof. Lehmann weist auch auf aktuelle Herausforderungen hin: Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist zuletzt wieder gestiegen – 2024 auf geschätzte 2.300 Fälle. Gründe dafür sind Stigmatisierung, geringe Testbereitschaft und die Angst vor Vorurteilen. Gleichzeitig gewinnen Prävention und Aufklärung weiter an Bedeutung. Die von den Krankenkassen finanzierte PrEP und frühzeitige Diagnostik sind wichtige Bausteine, um Neuinfektionen zu verhindern. Weltweit gefährden zudem Kürzungen internationaler Programme den Fortschritt im Kampf gegen HIV.
Trotz aller Schwierigkeiten bleibt der Blick in der Infektionsambulanz nach vorn gerichtet: Viele Patientinnen und Patienten bewältigen Krisen, stabilisieren ihr Leben und gewinnen neue Perspektiven – begleitet von einem Team, das medizinische Kompetenz mit menschlicher Nähe verbindet. Das zeigt auch die Geschichte eines langjährigen Patienten, der nach einer belastenden Diagnose heute wieder fest im Leben steht und der Station jedes Jahr zu Weihnachten schreibt: ein Zeichen der Verbundenheit, das die Arbeit des Teams widerspiegelt.