15.09.2021
Wiederbelebungsunterricht

#ichrettedeinleben an Schulen gestartet

Social Media-Kampagne mit Prof. Böttiger

Bild: GRC
Bild: GRC

Schon mehr als 21.000 Unterschriften – 50.000 werden insgesamt gebraucht: Die Kampagne #ichrettedeinleben begleitet eine Petition für die bundesweit verpflichtende Einführung von Unterricht in Wiederbelebung – und erzeugt bereits in den ersten Tagen unglaublich viel Aufmerksamkeit. „Wir gehen viral – und damit meine ich jetzt endlich mal nicht COVID“, jubelt Dr. Carola Holzner, Notärztin aus Duisburg und als Doc Caro erfahrene Influenzerin in den Sozialen Netzwerken. Gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Bernd Böttiger, dem Vorsitzenden des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an der Uniklinik Köln, startete sie die Kampagne am Sonntag. „Jetzt, kurz vor der Bundestagswahl wollen wir ein Zeichen setzen“, so Prof. Böttiger, „und endlich das Versprechen eingelöst sehen, dass jedes Kind spätestens ab der siebten Klasse in Wiederbelebung unterrichtet wird. Denn dann wird Leben retten so selbstverständlich wie Fahrrad fahren oder schwimmen.“ Er verweist auf die mehr als 70.000 Menschen, die jährlich in Deutschland an plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand sterben. „Eine stille Pandemie“, sagt er. Und wäre Wiederbelebung Bürgerpflicht, könnten wir mindestens 10.000 Menschenleben zusätzlich pro Jahr retten – wenn jeder wüsste, was in einer solchen Situation zu tun ist.

Leben retten ist kinderleicht – wenn man weiß, was zu tun ist

Eigentlich ist es ganz einfach: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden. Denn es befindet sich bei Erwachsenen meist noch genug Sauerstoff im Blut, der aber durch den fehlenden Herzschlag nicht zum Gehirn gelangt. Das muss derjenige in nächster Nähe unbedingt und unverzüglich durch die Herzdruckmassage von außen übernehmen. Denn allein drei Minuten ohne Sauerstoff können das Gehirn irreparabel schädigen. Fünf Minuten ganz ohne Sauerstoff und das Gehirn ist in nahezu allen Fällen tot. Aber bis in Deutschland der Rettungsdienst mit Notarzt eintrifft, dauert es durchschnittlich neun Minuten. 

PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN, die Faustformel im Notfall, beherrschen in Deutschland bisher aber nicht genügend Bürger. „Das kostet viele meiner Patienten das Leben“, so Dr. Carola Holzner alias Doc Caro. „In Dänemark wurde im Jahr 2005 der Wiederbelebungs-Unterricht gesetzlich festgeschrieben. Die Kinder haben keine Angst zu helfen, tragen das Thema in die Familien und weiter in die Gesellschaft. Es funktioniert!“ Seither hat sich die Überlebensrate bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bei unseren nördlichen Nachbarn verdreifacht.

Wiederbelebungsunterricht für alle Schüler ab der 7. Klasse

Prof. Böttiger und Dr. Holzner wollen solche Erfolgsgeschichten auch in Deutschland schreiben. So haben sie das Bündnis „Wir beleben Deutschland wieder“ ins Leben gerufen, ein Zusammenschluss aus zahlreichen Hilfsorganisationen, Verbänden und medizinischen Fachgesellschaften. 

Mit der Kampagne #ichrettedeinleben platzieren gerade mehr als 30 Blogger und Influenzer das Thema in ihren Communitys. All diese Menschen sind im wahren Leben Arzt, Pflegekraft, Notfallsanitäter oder ehrenamtliche Ersthelfer – sie retten und bewahren täglich Leben. So zeigt das Kampagnenmotiv jeweils auf der einen Seite den erwachsenen, professionellen Helfer und auf der anderen Seite seinen Schüler-Zwilling. „Ich rette dein Leben – Rettest du meins?“, fragt der Profi den Laien.

„Auf diese Frage wollen wir aller Orts ein ganz klares JA hören“, sind sich die Beiden einig. „Wir sind fest entschlossen das Thema auf die politische Bühne und damit in alle Schulen zu bringen.“

Helfen Sie mit, den Wiederbelebungsunterricht in Schulen einzuführen!

Zur Petition: 

www.ichrettedeinleben.de

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