
Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat gestern Abend (29.02.2016) den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf verliehen. Der Hauptpreis ging an den Ärztlichen Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln: Prof. Dr. Jürgen Wolf. Er erhielt die Auszeichnung für seine Forschungserfolge und die Durchsetzung personalisierter Therapien bei Lungenkrebs. Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro dotiert und damit nach dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten die höchstdotierte Auszeichnung dieser Art in Deutschland.
Im Rahmen einer Festveranstaltung in Düsseldorf verlieh Wissenschaftsministerin Schulze den Innovationspreis 2015. Über 400 Gäste aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik waren gekommen und machten die Preisverleihung zu einem glanzvollen Abend. "Für echten Fortschritt braucht es Menschen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen", sagte die Ministerin.
"Mit dem Innovationspreis ehren wir (...) Wissenschaftler, die diesen Mut aufgebracht haben. Sie bringen uns mit ihrer Forschung in Zukunftsfeldern wie Medizin, Energie und Ernährung voran – und stehen damit für die exzellente wissenschaftliche Arbeit in unserem Land. Die heutige Preisverleihung zeigt das hohe Innovationspotenzial des Wissenschaftsstandorts NRW”, so Ministerin Schulze.
„Das ist ein großer Erfolg für unser Haus. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung “, so Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln im Lauf der Abendveranstaltung. „An unserem Centrum für Integrierte Onkologie wird seit 2009 intensiv an den neuen Diagnose- und Therapie-Methoden geforscht. Dabei kommt der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Onkologen und Pathologen besondere Bedeutung zu. Die Pathologen untersuchen das Tumorgewebe der Patienten genetisch. Sie erkennen durch ihre Analysen, welche genetische Veränderung zu der Entstehung beziehungsweise zu dem Wachstum des Tumors geführt hat“, so Prof. Schömig weiter.
Die Patienten werden dann mit gezielt wirksamen Medikamenten behandelt und bei vielen wurde dadurch die Überlebenszeit gegenüber klassischen Therapieformen deutlich gesteigert. Insbesondere beim Lungenkrebs haben personalisierte Therapieansätze auf Basis genetischer Untersuchungen in den letzten Jahren zu einem Therapiewechsel und einer höheren Lebenserwartung für die Patienten geführt.
Die Therapieerfolge überzeugen seit 2014 zunehmend auch die Krankenkassen und sie übernehmen nach und nach die Bezahlung von gendiagnostischen Maßnahmen für Lungenkrebspatienten. Zur Koordination dieser Aktivitäten (Durchführung Klinische Studien, Aktualisierung gendiagnostische Panels, Verhandlungen mit den Krankenkassen) hat Prof. Wolf gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Reinhard Büttner, Direktor des Instituts für Pathologie an der Uniklinik Köln, das "Netzwerk Genomische Medizin“ (NGM) gegründet. Dies ist ein Zusammenschluss von mittlerweile über 280 Kliniken und Arztpraxen.
„Über unsere Partner im Netzwerk erhalten wir pro Jahr über 5.000 Gewebeproben von Lungenkrebspatienten aus ganz Deutschland. In Köln erfolgt dann die genetische Untersuchung des Tumors, die Auswertung der oftmals komplexen Ergebnisse, die Umsetzung in eine therapeutische Empfehlung und die Beratung von Netzwerkpartnern und Patienten, zum Beispiel über eine mögliche Teilnahme an einer klinischen Studie. Die meisten Patienten werden wohnortnah von ihrem Onkologen behandelt. „Durch diese enge Zusammenarbeit von Klinikern, Pathologen, Forschern und Krankenkassen können wir personalisierte Therapie auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse mittlerweile zunehmend schnell und effizient in die Routineversorgung in Deutschland bringen“ so Prof. Dr. Jürgen Wolf.
Der Innovationspreis wird 2016 zum siebten Mal in den Kategorien Innovation, Nachwuchs und Ehrenpreis vergeben. Geehrt werden die Sieger für exzellente Forschung, die sich gleichermaßen durch gesellschaftliche Relevanz und Praxisbezug auszeichnet.
Hinweis für die Redaktionen:
Druck- und sendefähiges Bild- und Filmmaterial, Lebensläufe der Preisträger sowie weitere Hintergrundinformationen finden Sie online unter: www.innovationspreis.nrw.de
Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
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