22.05.2020
Coronavirus

KMT-Patienten: Sichere Augenversorgung in der Krise

Augenprobleme knochenmarktransplantierter Patienten werden im CIO versorgt

Prof. Dr. Christof Scheid und Prof. Dr. Philipp Steven (v.l.) an der provisorischen Untersuchungseinheit, Foto: Michael Wodak
Prof. Dr. Christof Scheid und Prof. Dr. Philipp Steven (v.l.) an der provisorischen Untersuchungseinheit, Foto: Michael Wodak

Das Kompetenzzentrum okuläre GvHD unter Leitung von Prof. Dr. Philipp Steven vom Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln hat auf das gestiegene Infektionsrisiko immunsupprimierter Knochenmark-transplantierter Patienten durch das Coronavirus-bedingt unmittelbar reagiert und die Versorgung der Augenpatienten in das neue CIO-Gebäude verlagert.

Dadurch können Patienten seit Beginn des Lockdowns unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards weiterhin augenärztlich versorgt werden. Dies ist bei den schwersten Verläufen einer unbehandelten Abstoßungsreaktion an den Augen (sogenannte okuläre GvHD) von großer Bedeutung für den Seherhalt erfolgreich transplantierter Patienten.

Die Installation der provisorischen Augenuntersuchungseinheit wurde mit Drittmitteln realisiert. „Durch die nun bestehende räumliche Nähe zwischen Augenabteilung und KMT-Ambulanz ergeben sich zudem enorme Vorteile für Patienten und Behandler“, sagt der Leiter des Transplantationsprogramms der Klinik I für Innere Medizin, Univ.-Prof. Dr. Christof Scheid. „Vom ersten Tag an konnten ambulante Patienten der KMT-Ambulanz unmittelbar auch in der Augenabteilung untersucht werden, ohne hierfür einen gesonderten Termin vergeben zu müssen.“

„Diese örtliche Zusammenarbeit von Augenheilkunde und Hämato-Onkologie innerhalb einer Gebäudeebene, die bereits vor der COVID-19 Krise geplant war und nun aufgrund der Dringlichkeit vorgezogen wurde, verdeutlicht die in der Uniklinik Köln auf höchstem internationalen Niveau stattfindende Versorgung von Patienten mit Leukämien und anderen Blutkrebsformen“ so Prof. Steven. „Mit unserer erweiterten Abteilung, die hoffentlich bald wie geplant mit dem endgültigen Instrumentarium ausgestattet wird, haben wir zudem die Möglichkeit, wissenschaftliche Studien durchzuführen, um die okuläre GvHD besser verstehen und behandeln zu können“.

Das Kompetenzzentrum okuläre GvHD wurde 2014 gegründet und ist seitdem zum größten Zentrum dieser Art in Deutschland gewachsen. Im Jahr 2019 wurden über 400 Patienten aus ganz Deutschland behandelt. Der Patient mit der weitesten Anreise stammt aus den USA. Das Kompetenzzentrum ist eng in das Forschungsprogramm des Schwerpunkts für Trockenes Auge und okuläre GvHD unter der Leitung von Prof. Steven eingebunden. Außer intensiven Forschungstätigkeiten nimmt das Kompetenzzentrum Aufgaben in der Ausbildung von Augenärzten für die Versorgung der okulären GvHD wahr und ist zudem federführend in der Erstellung der ersten nationalen Behandlungsleitlinie für die okuläre GvHD. 

Zur Coronavirus-Informationsseite

Nach oben scrollen