11.04.2016
Innovativer Therapieansatz prämiert

Krebsmediziner der Uniklinik Köln erhält Auszeichnung

Neue Kombinationsbehandlung

Prof. Dr. Christian Reinhardt, Uniklinik Köln Klinik I für Innere Medizin
Prof. Dr. Christian Reinhardt, Uniklinik Köln Klinik I für Innere Medizin, Foto: Uniklinik Köln

Eine neue Kombinationsbehandlung könnte zukünftig bei Patienten mit Bronchialkarzinomen, die eine KRAS-Mutation tragen, eingesetzt werden. Für diese Erkenntnisse würdigte die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) den Internisten Prof. Dr. Christian Reinhardt von der Uniklinik Köln mit dem Theodor-Frerichs-Preis. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert. Die DGIM verlieh den Preis gestern (10.04.2016) im Rahmen des 122. Internistenkongresses.

Das internationale Forscherteam um Prof. Reinhardt hat ein Zellkultur-basiertes Screeningverfahren entwickelt, das es möglich macht, Medikamentenkombinationen zu identifizieren, die synergistisch gegen Tumorzellen wirken. Diese Screening-Plattform bietet neben der Identifikation von neuen synergistisch wirkenden Medikamentenkombinationen überdies die Möglichkeit Tumor-spezifische Genmutationen zu identifizieren, die ein besonders gutes Ansprechen auf die neuen Medikamentenkombinationen vorhersagen.

Durch den Einsatz dieser neuen pharmako-genomischen Plattform ist es der Arbeitsgruppe gelungen eine Kombination aus sogenannten CHK1- und MK2 Hemmstoffen zu charakterisieren, die speziell in KRAS-mutierten Tumoren besonders effektiv wirkt. Diese Beobachtungen sind von hoher klinischer Relevanz, da KRAS-Mutationen häufig mit einem ungünstigen Verlauf von Tumorerkrankungen assoziiert sind und es aktuell kaum langfristig wirksame Chemotherapie Protokolle für diese Patienten gibt.

Das Team hat neben den Zellkultur-basierten Nachweis insbesondere in verschiedenen Mausmodellen zeigen können, dass der neue Therapieansatz auch im Tiermodell nebenwirkungsarm hochaktiv gegen KRAS-mutierte Tumore ist. Weiterhin konnte an frisch isoliertem Material von menschlichen Bronchialkarzinomen und Pankreaskarzinomen gezeigt werden, dass die kombinierte Hemmung von CHK1 und MK2 speziell KRAS-mutierte Tumorzellen selektiv abtötet. 

„Die Erkenntnisse von Prof. Reinhardt sind wegweisend für die Krebsforschung und -therapie“, begründet Prof. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM, die Entscheidung der Juroren. „Mit wissenschaftlicher Konsequenz identifizierten die Autoren anhand von Experimenten an Zellen, hochkomplexen Computeranalysen, Tierversuchen und menschlichen Gewebeproben einen neuen Therapieansatz für die Behandlung von KRAS-mutierten Karzinomen“, so Fölsch. Die prämierte Arbeit ist im Juli 2015 im Fachjournal Cell veröffentlicht worden.

Hintergrund:

Der DGIM-Preis ist nach dem Internisten Friedrich Theodor von Frerichs benannt, dem Präsidenten des ersten Deutschen Kongresses für Innere Medizin im Jahr 1882. Mit dem Preis würdigt die DGIM die beste zur Bewerbung eingereichte - möglichst klinisch-experimentelle - Arbeit auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum.

Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: +49 221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

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