02.01.2020
Molekulare Spitzenforschung

Mit eigener Forschungsgruppe am Start

Drei junge Wissenschaftler im CMMC

(v.l.) Simon Pöpsel, Alessandro Annibaldi und Robert Hänsel-Hertsch, Foto: Dorothea Hensen
(v.l.) Simon Pöpsel, Alessandro Annibaldi und Robert Hänsel-Hertsch, Foto: Dorothea Hensen

Berkeley, Cambridge, London – dort haben die drei neu berufenen Gruppenleiter Simon Pöpsel, Alessandro Annibaldi und Robert Hänsel-Hertsch zuletzt als Post-Docs geforscht. Nun beginnt für sie am Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC) der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät ein neuer, spannender Abschnitt: Hier bauen sie als eigenständige Leiter eine international sichtbare Forschungsgruppe auf. Ihr erklärtes Ziel: die Entschlüsselung grundsätzlicher Mechanismen von Erkrankungen auf molekularer Ebene zur Verbesserung von diagnostischen und therapeutischen Strategien.

Simon Pöpsel interessiert sich für Mechanismen, die chemische Veränderungen von Proteinkomplexen regulieren, die die Expression von Genen steuern. Zur Aufklärung der Regulationsmechanismen wird er die Kryoelektronenmikroskopie anwenden, um hochauflösende Proteinstrukturen untersuchen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen Grundlage für die Entwicklung von neuen »passgenauen« Medikamenten sein, um so gezielt in Vorgänge eingreifen zu können, die beispielsweise bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen.

Da sich die Struktur des Genoms mit zunehmendem Alter signifikant verändert und diese für die Entwicklung von Krankheiten wie Krebs oder degenerativen Erkrankungen eine Rolle spielen kann, erforscht Robert Hänsel-Hertsch sogenannte epigenomische Strukturveränderungen. Hierzu setzt er Genomeditierungswerkzeuge-Methoden ein, um die molekularen Zusammenhänge von Veränderungen am Genom und der Genomstabilität zu erforschen. Dies soll zeigen, ob alters- oder krebsbedingte Veränderungen des Epigenoms von diagnostischem und therapeutischem Wert sind.

Das Forschungsgebiet von Alessandro Annibaldi sind molekulare Mechanismen, die die verschiedenen Formen des Zelltods (u.a. Apoptose und Nekrose) regulieren. Er untersucht, welche Formen des Zelltods bei Entzündungen, nach Infektionen, Gewebeschäden und bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen und wie diese reguliert werden. Ein besseres Verständnis dieser komplexen Zusammenhänge wird helfen, neue Strategien zur Verbesserung der aktuellen Behandlung von chronischen Entzündungskrankheiten und Krebs zu finden.

Das CMMC schafft ideale Voraussetzungen für Nachwuchswissenschaftler. Die budgetäre Ausstattung ist exzellent und hochtechnisierte Laborflächen und -geräte gehören ebenso zum Angebot wie das Mentoring-Programm oder administrative und beratende Unterstützung. Als wichtiges ideelles Gut bietet das CMMC Interaktionsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Projektgruppen und den Kliniken und Institutionen auf dem Campus. Das Konzept geht auf: Die drei Vorgänger der neuen CMMC-Nachwuchswissenschaftler sind seit letztem Jahr alle Inhaber einer Professur.

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