
Als Teil der medizinischen Ausbildung für seinen Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation (ISS) hat der Astronaut Thomas Pesquet die Uniklinik Köln besucht und ein dreitägiges medizinisches Notfalltraining durchlaufen. Der französische Raumfahrtingenieur und Pilot ist mit 37 Jahren das jüngste Mitglied des Astronautenkorps der European Space Agency (ESA), die ihr Astronautenzentrum in Köln hat. Während seiner sechsmonatigen Mission, die im November 2016 starten soll, versorgt er neben seinen wissenschaftlichen Aufgaben die Mannschaft als sogenannter Crew Medical Officer bei Erkrankungen und Verletzungen – per Funk angeleitet von Fliegerärzten am Boden.
Bei dem speziell für diesen Zweck entwickelten Training in der Uniklinik Köln übte Pesquet an Modellen, Puppen und sogar einem von zwei ESA-Kollegen, die ihn begleiteten. „Ich habe mir hier eine ganze Reihe von Fertigkeiten angeeignet, die ich bei einem medizinischen Notfall auf der Raumstation ISS anwenden kann“, sagt der Astronaut. Er nutzte das Training aber auch für einen Blick hinter die Kulissen und besuchte gemeinsam mit Organisator und Trainingsleiter Prof. Dr. Jochen Hinkelbein von der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin verschiedene Bereiche der Uniklinik wie beispielsweise eine Intensivstation, die Hals-Nasen-Ohren Klinik oder die Kliniken für Zahn- und Augenheilkunde.
„Ich fand es toll. Wir trainieren medizinische Fertigkeiten sonst in einer künstlichen Umgebung. Das hier ist meine einzige Möglichkeit, eine echte medizinische Umgebung zu erleben, mit echten Patienten und echten medizinischen Maßnahmen. Am meisten hat mich eine der Operationen beeindruckt. Jemanden mit offenen Abdomen, an dessen Organen operiert wird, sieht man nicht jeden Tag“, so Pesquet. „Ich habe ein gutes Gespür dafür bekommen, was der menschliche Körper aushalten kann und was man alles tun kann, ohne jemandem zu schaden. Das Alles gibt mir ein Grundverständnis und Sicherheit für meinen Einsatz.“ as