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06.10.2025 Virologie

Prof. Klein erhält Hamburger Wissenschaftspreis 2025

Thema „Immunmodulation“

Prof. Dr. Florian Klein, Foto: Klaus Schmidt

Univ.-Prof. Florian Klein, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Köln und ein international führender Experte auf dem Gebiet des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV), erhält den Hamburger Wissenschaftspreis 2025 zum Thema „Immunmodulation“. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg würdigt damit die bahnbrechenden Arbeiten des Mediziners auf dem Gebiet der Antikörper-vermittelten Prävention und Therapie von HIV und anderen Virusinfektionen. Den mit 150.000 Euro dotierten Preis stiftet die Hamburgische Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve. Der Preis wird am 21. November 2025 im Hamburger Rathaus verliehen. Schirmherr ist der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.

Prof. Klein erforscht die Entwicklung menschlicher B-Lymphozyten und deren Produktion von Antikörpern, die gegen virale Erreger wie HIV, aber auch gegen das Hepatitis-C-Virus, Ebolaviren und SARS-CoV-2 gerichtet sind. Sein besonderes Interesse gilt den sogenannten breit-neutralisierenden monoklonalen Antikörpern, die er für die Prävention und Therapie von Infektionskrankheiten entwickelt. Prof. Kleins Arbeit zielt darauf ab, dass die Forschungsergebnisse, die er gemeinsam mit seinem Team und kooperierenden Forschungsgruppen erlangt, klinische Anwendung bei Patientinnen und Patienten finden.

Über seine wissenschaftlichen Arbeiten hinaus zeichnet sich Prof. Klein durch sein wissenschaftspolitisches und gesellschaftliches Engagement aus. So hat er in der Corona-Pandemie mit Partnern des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung eine der ersten Antikörper-basierten Therapien entwickelt und diese in klinischen Studien untersucht. Zusätzlich hat er sich für kluge Testsysteme eingesetzt und mit seinem Team und Kooperationspartnern den sogenannten Lolli-Test entwickelt. Dieser ermöglichte eine ebenso breite wie einfache Testung und erlaubte vielen Kindern den regelmäßigen Besuch von Kitas und Schulen. Auch hat der Virologe früh in der Pandemie auf die Notwendigkeit der Entwicklung von Impfstoffen und des Erreichens eines allgemeinen Impfschutzes hingewiesen.

Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg würdigt mit dem Hamburger Wissenschaftspreis die bahnbrechenden Arbeiten von Prof. Klein auf dem Gebiet der Abwehr von Virusinfektionen durch Antikörper und deren immunmodulatorische Wirkungen. Mit seiner Forschung trägt er zu einem tieferen Verständnis der Antikörperfunktionen bei und legt damit Grundlagen für Fortschritte bei der Prävention und Therapie von Infektionskrankheiten.

Das Preisgeld in Höhe von 150.000 Euro wird Prof. Klein für seine weitere HIV-Forschung nutzen. Er möchte herausfinden, warum bei manchen Personen mit einer HIV-Infektion das Virus nach einer Antikörper-Therapie über viele Jahre ohne Medikamente kontrolliert wird. „Wir sehen, dass in diesen Fällen das Virus durch das eigene Immunsystem der Patienten in Schach gehalten wird. Diese Kontrolle kann über Jahre andauern“, sagt Prof. Klein. „Wir vermuten, dass der Grund dafür ein Zusammenspiel von zellulären Bestandteilen des Immunsystems und den zugeführten Antikörpern ist. Wie genau das funktioniert, wissen wir jedoch nicht. Das großzügige Preisgeld gibt uns nun die Möglichkeit, die genauen Zusammenhänge zu verstehen.“ Ziel wird sein, herauszufinden, ob man diese Situation nicht nur bei einigen wenigen Patienten hervorrufen kann, sondern bei der Mehrheit der Personen, die mit HIV leben.

„Mit großer Freude gratuliere ich Prof. Dr. Florian Klein zur Verleihung des Hamburger Wissenschaftspreises 2025. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur seinen herausragenden Beitrag zur Forschung im Bereich der Immunmodulation, sondern auch seinen besonderen Einsatz in herausfordernden Zeiten. Während der Corona-Pandemie hat Prof. Klein gemeinsam mit seinem Team mit der Entwicklung der sogenannten Lolli-Tests eine wegweisende Lösung geliefert: Kinder und Jugendliche in Schulen konnten damit ohne unangenehme Rachenabstriche und mit hoher Zuverlässigkeit auf SARS-CoV-2 getestet werden. Diese Teststrategie hat in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus erheblich dazu beigetragen, den Schulbetrieb sicherer zu machen und Bildungsunterbrechungen zu verringern. Seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet breit-neutralisierender Antikörper, kombiniert mit translationaler Forschung und raschen klinischen Studien, zeigen exemplarisch, wie relevant Forschung für die Gesellschaft sein kann. Das Universitätsklinikum Köln ist außerordentlich stolz, Prof. Klein in seinen Reihen zu wissen“, erläutert hierzu Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln.