Mit Prof. Dr. Michel Mittelbronn übernimmt ein international erfahrener Neuropathologe die Leitung des Schwerpunkts Neuropathologie an der Uniklinik Köln. Gleichzeitig entsteht unter der Direktion von Univ.-Prof. Dr. Reinhard Büttner das neue Institut für Allgemeine Pathologie, Neuropathologie und Molekulare Pathologie. Unter einem gemeinsamen Dach werden künftig die drei Schwerpunkte Pathologie unter der Leitung von Prof. Büttner, Neuropathologie unter der Leitung von Prof. Mittelbronn und Molekulare Pathologie unter der Leitung von Prof. Merkelbach-Bruse zusammengeführt.
Prof. Mittelbronn blickt auf eine langjährige klinische und wissenschaftliche Tätigkeit in der Neuropathologie zurück. Nach seiner Ausbildung und frühen Tätigkeit am Institut für Neuropathologie der Universität Tübingen arbeitete er unter anderem am Universitätsklinikum Zürich und am Neurologischen Institut (Edinger-Institut) in Frankfurt. Dort leitete er die Forschungsgruppe für Klinische und Translationale Neuropathologie und war als leitender Neuropathologe tätig. Seit 2017 war er Professor für Neuropathologie an der Universität Luxemburg sowie Leiter des National Center of Pathology und Leiter des Luxembourg Centre of Neuropathology. Seit August 2026 ist er Leiter der Abteilung für Neuropathologie am neu strukturierten Institut für Pathologie, Neuropathologie und Molekulare Pathologie der UniklinikKöln.
Für seinen neuen Standort in Köln ist insbesondere die Verbindung von klinischer Erfahrung, Forschung und moderner molekularer Diagnostik interessant. Die Neuropathologie befindet sich wie die gesamte Pathologie in einem raschen Wandel: Histologische und immunhistochemische Befunde werden zunehmend durch molekulargenetische und epigenetische Informationen ergänzt. Gerade bei Hirntumoren sind diese Daten heute vielfach entscheidend für eine präzise Diagnose, die prognostische Einschätzung und die Auswahl therapeutischer Möglichkeiten.
„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe in Köln“, sagt Prof. Mittelbronn. „Besonders spannend ist für mich die Möglichkeit, die Expertise der Pathologie, Neuropathologie und Molekularen Pathologie noch enger zusammenzubringen. Gerade an den Schnittstellen zwischen Morphologie, Molekularbiologie und klinischer Medizin entstehen viele der interessanten Fragen der modernen Pathologie.“
Die neue Kölner Struktur bietet dafür ein besonders geeignetes Umfeld. Neben der Weiterentwicklung der diagnostischen Zusammenarbeit soll auch die gemeinsame Forschung gestärkt werden. Fragestellungen wie Tumorprogression, Interaktion von Tumorzellen mit ihrer Umgebung oder die Entstehung und Ausbreitung von Metastasen lassen sich häufig nur interdisziplinär sinnvoll untersuchen.
Dabei steht für Prof. Mittelbronn nicht die Abgrenzung einzelner Fachgebiete im Vordergrund, sondern deren sinnvolle Verbindung. Die klassische morphologische Expertise der Pathologie und Neuropathologie soll mit modernen molekularen Methoden und translationaler Forschung zusammengeführt werden.
Mit seinem Wechsel nach Köln verbindet sich damit nicht nur die personelle Verstärkung der Neuropathologie. Er ist zugleich Teil eines größeren Entwicklungsschritts: Pathologie, Neuropathologie und Molekulare Pathologie sollen künftig noch stärker gemeinsam denken, diagnostizieren, ausbilden und forschen.
Sein wissenschaftliches Profil verbindet klinische Neuropathologie mit translationaler Forschung. Zu seinen Schwerpunkten gehören insbesondere die Biologie und Diagnostik von Hirntumoren, Tumorgenetik und -epigenetik, Immunbiologie sowie neurodegenerative und neuromuskuläre Erkrankungen.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt dabei auf der Neuroonkologie. Prof. Mittelbronn war unter anderem an der internationalen WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems beteiligt und ist dort als Autor der Kapitel zu Metastasen im Gehirn und Rückenmark sowie zu meningealen Metastasen vertreten.
Auch aktuelle Forschungsarbeiten spiegeln die Verbindung von moderner molekularer Diagnostik, Tumorbiologie und translationaler Forschung wider. Dazu gehören Arbeiten zur molekularen Klassifikation von Tumoren des Zentralen Nervensystems, zur Tumorimmunologie und zum Tumormikromilieu sowie zur biologischen Grundlage von Tumorprogression und Metastasierung.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sich Prof. Mittelbronn auch in der Weiterentwicklung des Faches. Es war Editor-in-Chief von Free Neuropathology, dem offiziellen Publikationsorgan mehrerer nationaler und internationaler neuropathologischer Fachgesellschaften.
