14.11.2012
Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie

Stereotaxie unter neuer Leitung

Prof. Dr. Veerle Visser-Vandewalle folgt dem Ruf nach Köln

Prof. Dr. Veerle Visser-Vandewalle, Foto: Uniklinik Köln
Prof. Dr. Veerle Visser-Vandewalle, Foto: Uniklinik Köln

Prof. Dr. Veerle Visser-Vandewalle ist neue Direktorin der Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie an der Uniklinik Köln. Die gebürtige Belgierin hat zum 1. August 2012 die Nachfolge von Prof. Dr. Volker Sturm angetreten, der nach fast 25 Jahren als Direktor in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Die 47-Jährige absolvierte ihr Studium der Humanmedizin von 1982 bis 1989 an der Universität Gent in Belgien. Danach begann sie mit der Ausbildung zur Fachärztin für Neurochirurgie in Brügge und Gent. Von 1996 an spezialisierte sie sich auf das Gebiet der Stereotaxie und Funktionellen Neurochirurgie zur Anwendung der Tiefen Hirnstimulation für Bewegungsstörungen und psychiatrische Erkrankungen. Von 1999 bis 2007 war sie Oberärztin für Neurochirurgie an der Universitätsklinik in Maastricht (Niederlande). 2007 wurde sie zur Professorin für Funktionelle Neurochirurgie an der Universitätsklinik Maastricht berufen.

Prof. Dr. Veerle Visser-Vandewalle wurde einer breiten Öffentlichkeit dadurch bekannt, dass sie 1997 weltweit den ersten Tourette- Patienten mit der Methode der Tiefen Hirnstimulation behandelt hat. Die Tiefe Hirnstimulation wird auch in ihrer neuen Rolle in Köln eines ihrer Hauptarbeitsgebiete sein: „Wir werden die Arbeit mit der Tiefen Hirnstimulation hier an der Uniklinik Köln in allen Indikationen, die hier bisher behandelt wurden, weiterführen und intensivieren. Dabei werden wir die Tiefe Hirnstimulation auch in neuen Krankheitsfeldern – wie zum Beispiel bei Chorea Huntington und Epilepsie – anwenden. Größtes Feld bezogen auf die Anzahl der Eingriffe wird mit Sicherheit die Parkinson-Krankheit bleiben, aber auch der familiäre Tremor wird von uns als Bewegungsstörung weiter behandelt werden.“ Bezogen auf psychiatrische Erkrankungen und verschiedene Demenzformen, die man mittlerweile auch durch die Tiefe Hirnstimulation zu behandeln versucht, ist Prof. Visser-Vandewalle die Erhebung der wissenschaftlichen Basis wichtig: „Bei allen Krankheiten, die wir erstmalig mit der Tiefe Hirnstimulation angehen, ist die Ermittlung von evidenzbasierten Daten für uns von Bedeutung. Gerade bezogen auf die Alzheimer-Demenz ist das ein Forschungsansatz, den wir hier verfolgen werden.“

Im Bereich der Schmerzbehandlung möchte Prof. Visser-Vandewalle die bereits seit Jahren an der Uniklinik Köln bei Cluster-Kopfschmerz angewandte Neuromodulation in Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern weiter ausbauen: „Durch diese Neuromodulation stimulieren wir den großen Hinterhauptnerv, den nervus occipitalis major, ähnlich wie wir das jetzt beispielsweise bei Rückenschmerzpatienten machen, denen nichts anderes mehr hilft. Darüber hinaus sind auch andere Formen von Kopfschmerzen wie Chronische Migräne weitere Indikationsgebiete für diese Form der Behandlung.“

In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Allgemeine Neurochirurgie möchte die neue Direktorin zudem die Brachytherapie (auch interne Strahlentherapie genannt) sowie die Radiochirurgie (Stereotaktische Präzisionsbestrahlung) im Bereich der Hirntumortherapie ausbauen. Beide Therapieformen können sowohl als primäre Tumorbehandlung, unterstützend nach einer teilweisen Entfernung von Tumoren oder nach deren Wiederauftreten durchgeführt werden.

Prof. Dr. Veerle Visser-Vandewalle ist verheiratet und hat einen Sohn.

Für Rückfragen:
Timo Mügge
Pressesprecher und Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

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