Kontakt

Kontakt

Wichtige Links

Telefon

15.09.2025 Medikamentenversorgung weltweit

WHO erweitert Liste unentbehrlicher Arzneimittel

Kölner Forschung maßgeblich beteiligt

Prof. Dr. Nicole Skoetz, Foto: Michael Wodak

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Liste unentbehrlicher Arzneimittel (Essential Medicines List - EML) erweitert. Erstmals wurden moderne Medikamente gegen verschiedene Krebsarten aufgenommen. Auch Medikamente gegen seltene Erkrankungen wie Mukoviszidose oder Blutgerinnungsstörungen sind neu dabei. Die Liste dient weltweit als wichtige Grundlage, damit Patientinnen und Patienten Zugang zu wirksamen und bezahlbaren Therapien erhalten.

Das Institut für Öffentliches Gesundheitswesen der Universität zu Köln hat einen aktiven Beitrag zu dieser Aktualisierung geleistet: In enger Abstimmung mit der WHO hat das Kölner Team – insbesondere die wissenschaftlichen Mitarbeiter Mario Csenar und Julia Schroer – Themen und Medikamente identifiziert und die dazugehörigen wissenschaftlichen Studien bewertet.  „Ganz konkret soll der Zugang zu PD-1/PD-L1-Immuncheckpoint-Inhibitoren verbessert werden – das sind Immuntherapeutika, die dem körpereigenen Immunsystem helfen, Krebszellen effektiver zu erkennen und anzugreifen“, so Mario Csenar. Pembrolizumab wurde als Erstlinientherapie in Kombination mit Chemotherapie für metastasierten Gebärmutterhalskrebs, und als Erstlinien-Monotherapie für immuntherapie-sensitiven metastasierten Dickdarmkrebs und nicht-kleinzelligen Lungenkrebs für die EML empfohlen. Für letzteren sind nun auch Atezolizumab und Cemiplimab als therapeutische Alternativen enthalten.

„Die Aufnahme dieser neuen Medikamente in die Liste unentbehrlicher Arzneimittel ist ein bedeutender Schritt, um die Versorgung von Millionen Menschen weltweit zu verbessern. Es freut uns sehr, dass wir mit unserer Expertise in Köln dazu beitragen konnten, dass die besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Entscheidungen der WHO eingeflossen sind“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Nicole Skoetz, Direktorin des Kölner Instituts für Öffentliches Gesundheitswesen. Das Institut ist zusammen mit der Klinik I für Innere Medizin auch ein World Health Organization (WHO) Collaborating Centre zur Evidenzsynthese und Bewertung neuartiger Krebstherapien. Es erstellt, basierend auf hochqualitativen systematischen Reviews, Bewerbungen für die WHO Essential Medicines List, die gemeinsam mit der WHO priorisiert werden.