08.01.2021
Stadt Köln

Wie hoch ist die Dunkelziffer der Infizierten in Köln?

Untersuchung zur Ausbreitung der Coronavirus-Infektion

oto: Jens Koch/Stadt Köln, Michael Wodak/Uniklinik Köln
Henriette Reker und Prof. Dr. Edgar Schömig, Foto: Jens Koch/Stadt Köln, Michael Wodak/Uniklinik Köln

Bisher sind in Köln 27.060 Corona-Fälle bekannt. Der Frage, ob es tatsächlich jedoch schon weitaus mehr Infizierte gab, gehen nun das Gesundheitsamt der Stadt Köln und die Uniklinik Köln im Rahmen der „Cologne Corona Surveillance Studie“ (CoCoS) nach. Diese epidemiologische Studie untersucht die Ausbreitung der Coronavirus-Infektion durch SARS-CoV-2 in der Kölner Allgemeinbevölkerung.

6.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger erhalten im Laufe des Januar 2021 einen Fragebogen. Sie werden gebeten, online oder in einem Telefoninterview Fragen zu ihrem Gesundheitszustand, ihrer Lebenssituation und zu ihrem persönlichen Infektionsrisiko zu beantworten. Erfragt werden soziodemografische, verhaltens- und gesundheitsbezogene Informationen.

Alle Studienteilnehmer sollen zweimal auf eine mögliche akute Infektion mit dem Virus und später auf Antikörper untersucht werden – im Januar und dann wieder Anfang März 2021. Zwischen den Testrunden sollen die Teilnehmenden einen kurzen Fragebogen zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand ausfüllen. Wenn Studienteilnehmer erkranken, können sie sich direkt an das Studienteam wenden, zur gesundheitlichen Versorgung aber an ihre Hausärzte.  Die Teilnehmenden erhalten ihre Untersuchungsergebnisse – allerdings mit etwas Verzögerung.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die angeschrieben werden, sich zu beteiligen. „Die Studie kann einen wichtigen Beitrag zur Erkenntnis darüber leisten, wie weit sich die Virusinfektion in der Kölner Allgemeinbevölkerung ausgebreitet hat“, betont Reker und erläutert: „Die Dunkelziffer der Infizierten liegt möglicherweise weitaus höher als die uns bekannte Zahl der positiv Getesteten. Genauere Einsichten ermöglichen uns eine bessere Kontrolle der lokalen Epidemie und leisten einen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung der Corona-Pandemie. Aber nur wenn möglichst viele Kölnerinnen und Kölner teilnehmen, kann die Studie wertvolle Ergebnisse liefern.“

„Was wir im sogenannten November-Lockdown beobachten konnten, war die Stabilisierung der Corona-Neuinfektionen auf einem hohen – einem zu hohen Niveau. Die Stichprobe aus der Allgemeinbevölkerung, die durch CoCoS erhoben werden wird, soll dazu beitragen, ein kompletteres, evidenzbasiertes Bild über die aktuelle Situation in der Stadt Köln zu bekommen, um auf dieser Basis bessere Entscheidungen treffen zu können“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln.

Die Stichprobe aus der Allgemeinbevölkerung soll dazu beitragen, dass ein vollständigeres Bild über das Infektionsgeschehen in Köln entsteht. Es gibt bereits Beobachtungsdaten zu Neuinfektionen, Untersuchungen aus dem Bereich der Pflegeeinrichtungen und eine Untersuchung der Situation an den Schulen. Darüber hinaus kann die CoCoS-Studie als Teil der vom Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderten Forschung zu SARS-CoV-2 einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Pandemie leisten. Die Stadt Köln unterstützt die Studie, indem sie Personal und Logistik bereitstellt.

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