Vergangene Woche wurde in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Uniklinik Köln der bislang größte Eierstocktumor in Köln entfernt: 60 cm groß und 14,3 kg schwer. Mittlerweile ist die Patientin wieder wohl auf und auf dem Weg der Besserung.

Die Patientin hatte seit rund einem halben Jahr eine leichte und seit sechs Wochen deutliche Gewichtszunahme und eine Zunahme des Bauchumfanges bemerkt. Ansonsten jedoch fühlte sie sich wohl. Nach der Computertomographie durch das Institut für Radiologische Diagnostik der Uniklinik Köln wurde der Verdacht auf einen gigantischen Eierstocktumor geäußert. Im Ultraschall wurde dieser
Eindruck bestätigt, so dass die behandelnden Ärzte der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe den Entschluss zum Eingriff fassten. Die Operation wurde durch den Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Uniklinik Köln, Prof. Dr. Peter Mallmann, vorgenommen: „Wie bereits bei der Diagnose vermutet, zeigte sich während des Eingriffes ein gigantischer Eierstockstumor. Er füllte den
kompletten Bauchraum aus. Er erstreckte sich vom kleinen Becken bis
hinein in den Oberbauch, so dass der Tumor andere Organe verdrängte und behinderte“. Der außenordentlich große Tumor konnte von dem Team im Ganzen
und komplikationslos entfernt werden. Er war circa 60 Zentimeter im Durchmesser und brachte beängstigende 14,3 Kilogramm auf die Waage. Nach der circa dreistündigen Operation ging es der Patientin recht schnell wieder besser, so dass sie auf die gynäkologische Station zurückverlegt werden konnte. 2009 war der bislang schwerste Tumor in Deutschland in Berlin mit 18 kg entfernt worden.
„Ich wahnsinnig froh darüber, dass die Operation so gut verlaufen ist. Jetzt bin ich im doppelten Sinn erleichtert und freue mich darauf, bald wieder nach Hause zu kommen“, so die Patientin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Die Patientin erholt sich momentan von der Operation und wird die Uniklinik Köln in den nächsten Tagenverlassen. „Glücklicherweise handelte es sich bei diesem außerordentlich großen Tumor nicht um eine bösartige Veränderung, sondern ein gutartiges sogenanntes muzinöses Kystom“, so Prof. Mallmann. „Das sind vom
Eierstock ausgehende Zysten, die meist mit Wasser und Schleim gefüllt sind, und bei Größenzunahme die anliegenden Organe verdrängen. Sie entstehen meist durch verschlossene Drüsengänge, durch welche die ausgeschieden Flüssigkeit nicht mehr abfließen. Dadurch bilden sich immer größer werdende Zysten, die jedoch selten derartige Ausmaße erreichen.“