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29.12.2025 HNO

750.000 Euro für neues DFG-Forschungsprojekt

Wie funktioniert die Virusintegration bei HPV-bedingten Tumoren des Oropharynx?

Priv.-Doz. Dr. Christian U. Hübbers, Foto: Michael Wodak

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Forschungsprojekt der Uniklinik Köln, das untersucht, wie die Integration von Humaner Papillomvirus (HPV)-DNA in das Erbgut menschlicher Zellen den Krankheitsverlauf von Tumoren im Rachenraum beeinflusst.

Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs gehören weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen. Eine wachsende Zahl dieser Fälle wird heute durch Infektionen mit Hochrisiko-HPV, insbesondere vom Typ 16, verursacht. Diese HPV-positiven Tumoren des Oropharynx (OPSCC) unterscheiden sich biologisch deutlich von den klassischen, meist durch Rauchen und Alkohol bedingten Kopf-Hals-Tumoren und sprechen in der Regel besser auf Therapie an. Dennoch entwickelt ein Teil der Betroffenen trotz zunächst günstiger Prognose Rückfälle oder Metastasen. Die Ursachen dafür sind bislang unzureichend verstanden.

Das von der DFG geförderte Projekt „ORO-HPV-INT-Projekt: Ist die Integration von HPV-DNA in das Wirtsgenom mit dem Krankheitsverlauf bei Patienten mit Oropharynxkarzinom assoziiert?“ wird geleitet von Priv.-Doz. Dr. Christian U. Hübbers und Univ.-Prof. Dr. Jens Peter Klussmann, beide Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie an der Uniklinik Köln. Unterstützt wird das Forschungsteam von Dr. Kerstin Becker vom Cologne Center for Genomics (CCG), die ihre Erfahrung in Genomsequenzierung und Datenanalyse einbringt.

Über ein modernes Sequenzierungsverfahren, der sogenannten Targeted Locus Capture (TLC), wollen die Forschenden erstmals auch in Routine-Gewebeproben (FFPE) genau bestimmen, an welchen Stellen des menschlichen Genoms sich HPV-DNA integriert. Diese in der Pathologie üblicherweise fixierten und eingebetteten Gewebeproben sind besonders wertvoll, weil sie in großer Zahl aus der klinischen Routine vorliegen und damit den Zugang zu umfangreichen Patientenkohorten mit wertvollen Daten zum Krankheitsverlauf ermöglichen.

Ziel ist es zu klären, ob bestimmte Integrationsmuster mit einem erhöhten Risiko für Rückfälle oder einem veränderten Therapieansprechen verbunden sind. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, biomarkerbasierte Risikoprofile für HPV-positive Tumoren des Oropharynx zu entwickeln und so den Weg zu personalisierten, schonenderen Therapiestrategien zu ebnen.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Einzelförderprogramms unterstützt.