Vor allem bei abwehrgeschwächten Patienten sind resistente Erreger ein schwieriges medizinisches Problem. Eine Forschergruppe der Uniklinik Köln unter der Leitung der Infektiologen Prof. Dr. Oliver Cornely und Dr. Maria Vehreschild (Klinik I für Innere Medizin) beschäftigt sich deshalb jetzt in einer neuen Studie mit resistenten Schimmelpilzen – von der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. mit 140.954 Euro gefördert.

Die Abwehrkräfte von Leukämiepatienten sind durch die Behandlung mit intensiven Chemotherapien oder die
Transplantation von Knochenmark extrem geschwächt. Häufig erkranken die Betroffenen an einer Schimmelpilzinfektion der Lunge (Aspergillose). „Die Aspergillose ist bei Leukämiepatienten sehr schwer zu beherrschen. Bis zu 30 Prozent der Patienten mit einer solchen Infektion versterben“, weiß Prof. Cornely als Experte für die Erkrankung. „In Deutschland ist die genaue Verteilung und Häufigkeit dieser Infektion jedoch nicht bekannt, das wollen wir mit unserer Studie ändern“, ergänzt Dr. Vehreschild.

Die invasive Aspergillose wird hauptsächlich mit Azol-Antimykotika therapiert. Diese blockieren die Synthese von Ergosterol, einem wichtigen Bestandteil der Zellmembranen der Pilze. Seit 2008 berichtet ein niederländisches Forscherteam jedoch über die Identifizierung von Azol-resistenten Aspergillus-Stämmen, die auch als Erreger im Menschen gefunden wurden. Um die Häufigkeit dieser resistenten Schimmelpilzstämme und ihren möglichen Einfluss auf die Therapie der invasiven Aspergillose in Deutschland beurteilen zu können, wird ihr Auftreten im Rahmen der Studie deutschlandweit in 20 Leukämie-Zentren erfasst. Die Erreger der invasiven Aspergillose werden dabei mit modernsten molekularen Techniken auf die Resistenzgene getestet. So kann erstmals ein genaues Bild der Häufigkeit und der deutschlandweiten Verteilung resistenter Schimmelpilze entstehen und die Wissenschaftler können klären, ob die heutigen Therapien verbessert werden müssen.

Hintergrund:
Der spanische Tenor José Carreras war 1987 selbst an Leukämie erkrankt. Damals gelang es ihm die Krankheit zu überwinden. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung verfolgt seit 1995 das von José Carreras formulierte Ziel: "Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem." Deshalb unterstützt die Stiftung das öffentliche Gesundheitswesen und die Forschung bei der Bekämpfung von Leukämie und
verwandten Bluterkrankungen.

Für Rückfragen:
Dr. Maria Vehreschild
Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-6494
E-Mail: maria.vehreschild@ctuc.de

Prof. Dr. Oliver Cornely
Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-88794
E-Mail: oliver.cornely@uk-koeln.de

Anja Schattschneider
Stabsabteilung Kommunikation
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de