Im Team der Pflegedirektion der Uniklinik Köln ist sie nun für die Weiterentwicklung der Pflegepraxis und Forschung in der Pflege zuständig. In ihrer Doktorarbeit hat sich Dr. rer. medic. Strohbücker mit palliativen Bedürfnissen von Bewohnern von Pflegeheimen beschäftigt. „Den Betroffenen war es vor allem wichtig, ihren Tagesablauf mitzugestalten und Kontakt zu ihrer Familie und zur Außenwelt zu haben“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Körperliche Probleme traten eher in den Hintergrund, zumindest so lange die Bewohner dadurch nicht in ihrem Aktionsradius eingeschränkt waren. Dies bedeutet auch, dass körperliche Leiden leichter zu ertragen sind, wenn man die Kontrolle über die Dinge behält. Das können wir auch auf andere Situationen übertragen.“
Ihr Doktorvater Prof. Dr. Raymond Voltz, Direktor des Zentrums für Palliativmedizin der Uniklinik Köln, hatte Dr. Strohbücker ermutigt zu promovieren. „Ich hoffe, dieses Modell wird Schule machen, wir brauchen den Beitrag der Pflege, auch in der Forschung“, so Prof. Voltz. Im Team der Pflegedirektorin Vera Lux soll die Wissenschaftlerin die Akademisierung der Pflege vorantreiben. „Pflege hat eine Schlüsselrolle bei der Betreuung schwerkranker Patienten, doch fehlt uns die wissenschaftliche Fundierung. Die Wirkung von Pflegemaßnahmen ist nicht ausreichend belegt und der Beitrag der Pflege zu wenig sichtbar“, erklärt Vera Lux. „Dabei nehmen die Anforderungen an die Pflege aufgrund des medizinischen Fortschritts, der steigenden Spezialisierung und Komplexität von Behandlungen und Verknappung von Ressourcen zu. Dies erfordert innovative Pflegekonzepte und Modelle der Arbeitsteilung, die erweiterte Pflegekompetenzen erforderlich machen.“
Schwerpunkte im neuen Aufgabenbereich von Dr. Strohbücker sind die Entwicklung der Pflegepraxis, der Aufbau des Studiengangs Pflege sowie Forschung. „Ich möchte gerne auch mit Medizinern gemeinsam forschen. Es wäre beispielsweise wichtig, bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden zu untersuchen, wie die Akzeptanz und das Selbstmanagement seitens der Patienten verbessert werden kann“, erklärt die 50-Jährige. Ihre Krankenpflege-Ausbildung absolvierte Dr. Strohbücker 1985 am Klinikum der Philipps Universität Marburg. Seit 1987 arbeitet sie an der Uniklinik Köln. Zunächst in der Klinik I für Innere Medizin als Krankenschwester, später als Stationsleitung. Eines ihrer zentralen Anliegen ist die Patientenorientierung: In ihrer Zeit als Stationsschwester führte sie die Bereichspflege ein und als Pflegeberaterin die Übergabe mit dem Patienten. Von 1993 bis 2011 war sie als Qualitätsbeauftragte zudem an zahlreichen Projekten in der Uniklinik Köln beteiligt, unter anderem dem Aufbau von QM-Systemen und der Neuordnung von ärztlichen und pflegerischen Aufgaben. Parallel dazu studierte sie Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke und machte 1999 ihren Bachelor of Science in Nursing, gefolgt vom Master of Science in Nursing im Jahr 2001. Nun folgte 2011 die Promotion an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln.
Für Rückfragen:
Dr. Barbara Strohbücker
Pflegedirektion
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-6808
E-Mail: barbara.strohbuecker@uk-koeln.de
Anja Schattschneider
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de
29.11.2011
Erstmals Doktortitel für Pflegewissenschaftlerin
Dr. Barbara Strohbücker hat an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln als erste Pflegewissenschaftlerin promoviert und ihren Doktortitel erhalten.