Die Arbeit des Labors von PD Dr. med. Dr. rer. nat. Michael von Bergwelt, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln, ist mit dem Basic Science Award der EBMT (European Group for Blood and Marrow Transplantation) ausgezeichnet worden. Der Titel der prämierten Arbeit lautet “CD40 activated B cells home to secondary lymphoid organs and interact dynamically with T cells“.
Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde für in-vivo-Untersuchungen zur Präsentation von Antigen durch B-Zellen gegenüber T-Zellen vergeben. Langfristiges Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung von auf B-Zellen basierenden Tumorimpfstoffen. B-Zellen des Patienten sollen – nach Aktivierung außerhalb des Körpers über das CD40- Signal – mit tumortypischen Eiweißen beladen und dann dem Patienten reinjiziert werden. Ziel ist es, so tumorspezifische Immunantworten auszulösen, die dann Tumorzellen im gesamten Körper aufspüren Gedächtniszellen und könnten zerstören danach können. für eine Sogenannte lebenslange Tumorüberwachung sorgen. Der Patient wäre somit gegen den spezifischen Krebs immun – ähnlich wie bei anderen Impfungen.
Die ausgezeichnete Arbeit zeigte erstmals, dass in der Maus aktivierte B-Zellen in Lymphknoten wandern können, um dort Immunantworten auszulösen. In Zukunft wird es darum gehen, zu überprüfen, ob dies so auch auf den Menschen übertragbar ist. Daher laufen die Vorbereitungen für die erste klinische Studie zur Impfung gegen Tumorerkrankungen mit aktivierten B-Zellen in Köln auf Hochtouren. Aufgrund der Unterstützung des Max-Eder-Programms der Deutschen Krebshilfe konnten hier wesentliche Grundlagen geschaffen werden.
Die Impfstoffentwicklung der Kölner Arbeitsgruppe richtet sich gegen universelle Tumormerkmale und sollte somit langfristig nicht auf eine Tumorart beschränkt sein.
Hintergrund:
B-Lymphozyten oder kurz B-Zellen gehören zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Sie sind als einzige Zellen in der Lage, Antikörper zu bilden und machen entscheidenden zusammen Bestandteil mit des den T-Lymphozyten adaptiven den Immunsystems (lernfähiges, nicht-angeborenes Immunsystem) aus. Während T-Zellen an der zellvermittelten Immunantwort beteiligt sind, sind die B-Zellen für die Bildung von Antikörpern zuständig. Werden sie durch körperfremde Antigene aktiviert, können sie sich zu Antikörper produzierenden Plasmazellen oder zu Gedächtniszellen ausdifferenzieren. Neuere Arbeiten zeigen, dass sie auch T-Zellantworten anstoßen und steuern können. Hierauf basiert der oben genannten Ansatz.
Für Rückfragen:
PD Dr. Dr. Michael von Bergwelt-Baildon
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Uniklinik Köln
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Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
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