Kindern mit Cerebraler Parese (Spastiken) – immerhin 70.000 in Deutschland – und anderer Erkrankungen, die die Beweglichkeiten der Beine einschränken, hilft das neue Gerät in der Kinderrehaklinik der Uniklinik Köln, dem Queen Rania Rehabilitation Center der Medifitreha, das Gehen zu lernen.
Der Lokomat besteht aus einem Laufband, einem Hängegurt, sowie zwei Roboterbeinen, an denen die Beine des Patienten angegurtet werden. Der Lokomat misst die Muskelkraft und die Muskelspannung der Patienten.
Die Belastung mit eigenem Gewicht beim Gehen wird individuell angepasst. Dies ist eine Möglichkeit für Kinder, die aufgrund angeborener oder erworbener Störungen der Nerven, der Muskeln oder des Skeletts in der Motorik ihrer Beine eingeschränkt sind, das Gehen zu erlernen.
Computergesteuerte Elektromotoren stimulieren und unterstützen den Patienten beim Gehen auf dem Laufband. Das Laufen wird automatisiert und der Bewegungsfluss einer natürlichen Gangbewegung hergestellt. Dadurch eröffnen sich für den Therapeuten vielfältige Trainingsmöglichkeiten zur Beeinflussung individueller Gangdefizite. So kann eine Gangtherapie frühzeitiger einsetzen, länger andauern und mit höheren Ganggeschwindigkeiten durchgeführt werden. Die daraus resultierende hohe Anzahl von Bewegungszyklen innerhalb einer Behandlungseinheit (bis zu 1800 Schritte) führt zu schnelleren Therapieerfolgen.
Die Therapie am Lokomaten ist im Queen Rania Rehabilitation Center der Medifitreha Teil des umfassenden Rehakonzeptes, welches in den ersten vier Jahren seit Einführung bereits über 1000 Kindern geholfen hat. Am
Anfang steht ein zweiwöchiger Klinikaufenthalt, in der die jungen Patienten neben Physiotherapie mit dem Vibrationsgerät Galileo arbeiten. Dieses wird ihnen für sechs Monate zum häuslichen Training gestellt, so kann die Therapie überall in Deutschland fortgeführt werden. Innerhalb von zwei Jahren kommen vier ein- bis zweiwöchige Klinikaufenthalte hinzu, in denen nun auch der Lokomat zum Einsatz kommt.
Prof. Eckhard Schönau, Ärztlicher Leiter des Queen Rania Rehabilitation Centers: „Aufgrund des Erfolges unseres Konzeptes kommen Kinder aus ganz Deutschland zu uns. Der Lokomat ist eine sinnvolle Ergänzung, die wir hoffentlich vielen Kindern zugute kommen lassen können. Denn Gehen lernt
man nur durch Gehen. Das kann auf dem Lokomaten mit Begleitung unserer Physiotherapeuten optimal geübt werden.“ Finanziert wurde das Gerät, das in der Anschaffung rund 330.000 Euro kostet, innerhalb eines integrierten Vertrages von der Barmer Ersatzkasse.
Für Rückfragen:
Prof. Eckhard Schönau
Ärztlicher Leiter des Queen Rania Rehabilitation Centers
Telefon: 0221 478 4360
E-Mail: Eckhard.schoenau@uk-koeln.de
Sina Vogt,
Leiterin Stabsabteilung Kommunikation Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478- 5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de
05.08.2009
Kinder lernen laufen am Roboter „Lokomat“
Kölner Kinder-Reha wird technisch weiter ausgebaut