Der Johann-Georg-Zimmermann Preis ist eine der höchsten deutschen Auszeichnungen für Verdienste in der
Krebsforschung. Die Universität zu Köln hat in diesem Jahr gleich zweifachen Grund zur Freude, wenn am 26.01.2011 der Johann-Georg-Zimmermann Forschungspreis und die Johann-Georg-Zimmermann Medaille vergeben werden.

Das wissenschaftliche Kuratorium des Johann-Georg-Zimmermann Vereins verleiht den diesjährigen Forschungspreis an Priv.-Doz. Dr. H. Christian Reinhardt von der Uniklinik Köln. Mit diesem Schritt werden die Arbeiten des Wissenschaftlers gewürdigt, der sich mit innovativen Therapieansätzen zur Verbesserung der Chemotherapie-Effizienz beschäftigt. Seine Arbeiten zielen darauf ab, maßgeschneiderte Therapiekonzepte für Krebspatienten zu entwickeln. Die neuen Strategien sind auf spezifische Veränderungen im genetischen Material der Krebszellen abgestimmt und somit besonders schonend für umliegendes gesundes Gewebe. Priv.-Doz. Dr. Reinhardt leitet seine Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln. Er wechselte 2009 mit einem Emmy-Noether Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an die Klinik I für Innere Medizin unter Leitung von Prof. M. Hallek. Neben der Arbeit in der Grundlagenforschung widmet er sich dort der Versorgung von Krebspatienten.

Die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille erhält Professor Dr. Klaus Rajewsky, der zwischen 1970 und 2001 am Institut für Genetik der Universität zu Köln forschte. Prof. Rajewsky gilt als einer der einflussreichsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Krebsforschung, der mit seinen innovativen Arbeiten wichtige Erkenntnisse im Bereich der Leukämie- und Lymphomforschung geleistet hat. Diese Arbeiten haben eine tiefgreifende Bedeutung für das Verständnis der B-Zell-Entwicklung und von Krebs. Der experimentelle Ansatz seiner Untersuchungen liegt in der Generierung von Mausmutanten mit gezielt veränderten embryonalen Stammzellen. Diese Technologie erlaubt das Ausschalten von Genen in bestimmten Zelltypen und wird in der biomedizinischen Forschung intensiv genutzt. Rajewsky selbst nutzt diese Modelle, um die Entwicklung der
B- Lymphozyten zu analysieren. Dadurch eröffnen sich neue Zugänge zur Analyse der Keimzellentwicklung und Tumorgenese. Ebenso eignet sich die konditionelle Geninaktivierung als Modell für menschliche Erkrankungen.

Nach seiner Emeritierung in Deutschland wechselte Professor Dr. Klaus Rajewsky an die Harvard Medical School. Der Wissenschaftler publizierte seine Forschungen in knapp 400 Veröffentlichungen. Als Senior Autor veröffentlichte er in den wichtigsten naturwissenschaftlichen Zeitschriften: Cell, Nature und Science.

Die Preisverleihung findet am 26.01.2011 um 19:30 in festlichem Rahmen in der Medizinischen Hochschule Hannover statt.

Hintergrund:

Seit fast 40 Jahren verleiht der Johann-Georg-Zimmermann Verein in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover den Johann-Georg-Zimmermann Preis für besondere Verdienste in der Krebsforschung.
Medizinische Fakultäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden gebeten, in ihren Augen besonders herausragende und preiswürdige Wissenschaftler in der Krebsforschung zu benennen. Aus diesen Vorschlägen hat das wissenschaftliche Kuratorium des Vereins dann die Preisträger für den Forschungspreis – gerichtet an junge Nachwuchsforscher für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit – und die Medaille für eine Persönlichkeit mit besonders herausragenden Verdiensten in der Bekämpfung von Krebserkrankungen ausgewählt.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: 0221 478-5548
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