Seit 2009 arbeiten schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Universitätsklinikum Köln Reinigungs GmbH (UKR), einer Tochter der Uniklinik Köln. Die ersten Erfahrungen waren so positiv, dass die Einrichtung einer eigenen Abteilung in Angriff genommen wurde. Nach einer fast zweijährigen Einführungs- und Schulungsphase wird die Integrationsabteilung nun dauerhaft etabliert. Heute arbeiten insgesamt 14 Beschäftigte mit Schwerbehinderung festangestellt in der Reinigungsfirma der Uniklinik Köln.
Der Bereich der Reinigung wurde im Jahr 2009 wieder in die Uniklinik Köln eingegliedert. Hierzu wurde eine eigene Tochter gegründet – die Universitätsklinikum Köln Reinigungs GmbH (UKR). Vera Lux, Pflegedirektorin und Vorstandsmitglied der Uniklinik Köln, erklärte zu Beginn der Pressekonferenz: „Das gibt uns die Möglichkeit, direkter und schneller auf die Reinigung zuzugreifen und eine höhere Qualität zu gewährleisten – vor allem in sensiblen Bereichen wie Intensivstationen und OP-Sälen.“
Zur Motivation, mehr schwerbehinderte Beschäftigte in das Unternehmen Uniklinik Köln zu integrieren, sagte Vera Lux: „Wir als Uniklinik sind unserem gesellschaftlichen Auftrag im Besonderen verpflichtet. Diesem Auftrag kommen wir nicht nur in der Patientenversorgung sowie in Forschung und Lehre nach, sondern eben auch in unserer Verantwortung als Arbeitgeber und Ausbildungsträger.“
Als hundertprozentige Tochter der Uniklinik Köln obliegen der UKR alle Aufgaben im Bereich der Reinigung des Klinikums, dazu gehören beispielsweise auch die Bettenaufbereitung und die desinfizierende Reinigung. Im Rahmen dieser Konstellation unterliegt die UKR, anders als andere Unternehmen der Gebäudereinigung, keinem direkten Konkurrenzkampf zu anderen Gebäudereinigern.
Hierdurch entsteht eine hohe Planungs- und Gestaltungssicherheit für die Arbeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit und ohne Behinderung.
Aufgrund der wiederkehrenden Tätigkeiten, der klaren Arbeitsstrukturen und der räumlichen Überschaubarkeit bietet der Bereich der Reinigung gute Grundvoraussetzungen für den Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen. Robert Schmidt, Geschäftsführer der UKR, erklärte hierzu: „Wir haben 2009 angefangen schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen. Da wir bis dato allerdings sehr wenig Erfahrung hatten, haben wir uns hier externe Hilfe geholt und die Schwerbehinderten anfangs im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt. Im Laufe der Zeit – vor allem gestützt durch die guten Erfahrungen – ist dann das Vorhaben entstanden, eine eigene Integrationsabteilung zu gründen.“
Die Beschäftigten der Integrationsabteilung arbeiten in der Mopp- und Tuchwäscherei, der maschinellen Bodenreinigung sowie in der Aufbereitung der Reinigungswagen. Damit hat die UKR gute Erfahrungen gemacht. „Unsere Mitarbeiter in der Integrationsabteilung sind sehr motiviert. Das können wir am niedrigen Krankenstand, der Pünktlichkeit der Beschäftigten sowie ganz generell an der großen Arbeiternehmerzufriedenheit ablesen“, so Robert Schmidt.
Möglich wurde die Einrichtung der Integrationsabteilung durch die Unterstützung und Förderung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Hierdurch konnte die UKR die einzelnen Arbeitsbereiche so gestalten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicap hier beschäftigt werden können.
Für die Schaffung der Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen bei der UKR hat der LVR einen Zuschuss zu den Investitionskosten in Höhe von insgesamt 184.000 Euro bewilligt.
„Die UKR verbindet ihre Dienstleistung mit dem sozialpolitischen Ansatz, Menschen mit Behinderung zu qualifizieren und ihnen berufliche Perspektiven zu geben“, freute sich Klaus-Peter Rohde vom LVR-Integrationsamt. Besonders betonte er: „Hier wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schwerbehinderung aus einer Arbeitnehmerüberlassung in feste Arbeitsverhältnisse übernommen und gehören nun fest zum Team. Für dieses besondere Engagement der UKR bedanken wir uns. Obwohl Menschen mit Behinderung häufig sehr motiviert, leistungsfähig und zuverlässig sind und am passenden Arbeitsplatz auch gute Leistungen erbringen können, sind sie mehr als doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie nicht behinderte Menschen. In Integrationsunternehmen – wie der UKR – bekommen sie eine Chance.“ Rohde betonte außerdem, dass eine Förderung durch den LVR grundsätzlich allen Arbeitgebern offen stehe, die Menschen mit Handicap einstellen möchten: „Nachahmung ist hier ausdrücklich erwünscht!“
Zum Schluss der Pressekonferenz sprach Rainer Grebe, Beschäftigter in der Integrationsabteilung UKR. Er hat im Alter von 59 Jahren angefangen, bei der UKR zu arbeiten. „Ich bin hundertprozentig schwerbehindert, da ich eine neue Niere transplantiert bekommen habe. Für mich wäre es sehr schwer bis unmöglich geworden, an anderer Stelle überhaupt noch einen Arbeitsplatz zu bekommen. Deshalb bin ich sehr stolz und froh, hier zu arbeiten und das in einem so jungen, bunten Team mit so vielen unterschiedlichen Kollegen.“
Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de