In der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Uniklinik Köln hat Dr. Markus Valter, Leitender Oberarzt der Geburtshilfe, jetzt die weltweit älteste und dadurch besonders gefährdete Patientin mit dem sogenannten „Ehlers-Danlos-Syndrom vom vaskulären Typ“ erfolgreich entbunden.

„30 bis 50 Prozent der Patientinnen mit dieser sehr seltenen und schwerwiegenden Bindegewebserkrankung versterben bei der Entbindung“, erklärt Dr. Valter. Während der Geburt, aber auch in den ersten zehn Tagen danach, kommt es bei den Betroffenen besonders häufig zu Rissen der Hauptschlagader, anderer großer Gefäße, der Leber, des Darms und anderer wichtiger Organe. Grund dafür ist eine genetische Veränderung in einem besonders wichtigen Eiweiß des menschlichen Körpers, welches eine Art zentrale Kittsubstanz von Organen, Blutgefäßen und Bindegewebe darstellt. „Die Risiken sind sowohl bei der vaginalen Geburt als auch beim Kaiserschnitt ähnlich groß und steigen mit zunehmendem Alter der Patientin“, so Dr. Valter. Somit ist dieses Syndrom für Geburten eine der gefährlichsten Erkrankungen überhaupt.

„Es freut uns sehr, dass alles ohne Komplikationen verlaufen ist und Mutter und Kind wohlauf sind. Nach der bekannten Literatur und der Aussage von Selbsthilfegruppen ist unsere Patientin mit 39 Jahren die weltweit älteste Patientin dieser Art, die erfolgreich entbunden wurde“, sagt Dr. Valter. Vor allem die optimierte Operations-Technik und die professionelle interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Uniklinik Köln zwischen der Frauenklinik mit den Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin, Anästhesie und Gefäßchirurgie habe den Erfolg dieser schwierigen Entbindung ermöglicht, so der Mediziner weiter. Bei der Operation wurde jedes nicht notwendige Instrumenten-bedingte und manuelle Trauma konsequent vermieden, sowohl beim Öffnen und Verschließen des Bauches als auch bei der Kindsentwicklung, denn schon mit einem Tupfer können schwere Blutungen verursacht werden.

Die Kaiserschnitt-Entbindung fand im Herzzentrum der Uniklinik Köln unter Bereithaltung aller Ressourcen bis hin zur Herz-Lungen-Maschine statt. Die gewonnenen Erfahrungen wird das Team zukünftig nutzen, um auch andere Hochrisikoentbindungen dieser Art zu betreuen. Eine Publikation für die internationale Literatur mit Empfehlungen zum erfolgreichen Vorgehen ist in Vorbereitung.

Für Rückfragen:
Dr. Markus Valter
Leitender Oberarzt Geburtshilfe
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-4910
E-Mail: markus.valter@uk-koeln.de

Anja Schattschneider
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de