Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung unterstützt mit mehr als 260.000 Euro eine junge Forschergruppe an der Klinik I für Innere Medizin (Direktor Prof. Dr. Michael Hallek) der Uniklinik Köln. Ab Oktober wollen Dr. Marco Herling und sein Team die molekularen Aspekte einer bislang unheilbaren Art von Blutkrebs erforschen.
Die T-Zell-Prolymphozyten-Leukämie, oder kurz T-PLL, ist eine seltene, aber umso aggressivere Krebserkrankung, die vorwiegend ältere Menschen betrifft. Selbst moderne Therapiekonzepte versagen bei dieser Krebsart beim Großteil der Patienten. Daher beschäftigt sich eine Gruppe junger Wissenschaftler in Köln mit der Analyse dieser aggressiven Krebszellen, um Angriffspunkte für neuartige Therapeutika zu finden. Derzeit ist nur wenig bekannt über die molekularen Mechanismen und biologischen Eigenschaften, die es den T-PLL-Zellen ermöglichen, sich ungehemmt zu vermehren und unweigerlich zu einem Fortschreiten der Erkrankung führen.
Genau diese Aspekte wollen Dr. med. Marco Herling und die geförderte 28-jährige Humanbiologin Nicole Weit in den kommenden zwei Jahren und darüber hinaus gemeinsam klären. Dabei initiierten sie eine Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Kölner Deutschen CLL Studiengruppe, die sich dieser Erkrankung in Form von klinischen Therapiestudien und Registerdatenbanken annehmen. Zusammen mit der Funktion als diagnostisches Referenzzentrum war diese einzigartige Logistik ausschlaggebend für die positive Entscheidung
zur Förderung. Sie erlaubt es, ein verbessertes Verständnis dieser Erkrankung möglichst effizient in die Klinik zu übertragen. Nicole Weit erläutert das Fundament der gemeinsamen Forschungsarbeit: „Die T-PLL zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie erst im fortgeschrittenen Alter zu Tage tritt, dann jedoch sehr rasch fortschreitet. Es kommt zu einem starken Anstieg der weißen Blutkörperchen und durch Ansammlungen von Krebszellen vergrößern sich Milz, Leber und Lymphknoten. Wir gehen davon aus, dass sowohl in der symptomfreien Anfangsphase wie auch im späteren Verlauf der Erkrankung unterschiedliche molekulare Kräfte die Krebsentstehung antreiben. Diese Moleküle gilt es zu identifizieren und ihre funktionelle Rolle zu entschlüsseln.“
Die Wirkung eines dieser Moleküle konnte Laborleiter Marco Herling bereits in früheren Arbeiten als Postdoc beschreiben. Das bislang wenig erforschte Protein TCL1 wird mit einer erhöhten Teilungsrate und einer starken Aktivierung von Überlebenssignalen in der T-PLL-Zelle in Verbindung gebracht. Wird dieses Protein in Mäusen gezielt aktiviert, so erkranken auch diese Tiere an einer T-PLL, was zudem als einziges Entstehungsmodell zur humanen Erkrankung dient. Für weitere Infos:
innere1.uk-koeln.de/forschung/labor-lymphozytaeres-signaling-und-onkoproteom
Hintergrund:
Der spanische Tenor José Carreras gründete die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung im Jahre 1995 aus Dankbarkeit, dass er von seiner Leukämie-Erkrankung geheilt werden konnte, und um anderen Leukämie-patienten zu helfen. Die Stiftung ermöglicht den Bau von Forschungs- und Behandlungs-einrichtungen, die Erforschung von Heilungsmöglichkeiten sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen.
Die José Carreras Leukämie-Stiftung ist Träger des DZI Spenden-Siegels. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, kurz DZI, sagt über die José Carreras Leukämie-Stiftung: „GEPRÜFT +EMPFOHLEN“.
Weitere Informationen und Einblicke in den Fördermitteleinsatz gibt es auf www.carreras-stiftung.de.
Für Rückfragen:
Dr. Marco Herling
Klinik für Innere Medizin I
Telefon: 0221 478-5465
E-Mail: marco.herling@uk-koeln.de
Dipl. humanbiol. Nicole Weit
Klinik für Innere Medizin I
Telefon: 0221 478-5465
E-Mail: nicole.weit@uk-koeln.de
Anja Schattschneider
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de
José Carreras Leukämie-Stiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Isabelle Henkel
Telefon: 089 27 29 04 – 40
E-Mail: isabelle.henkel@carreras-stiftung.de