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05.09.2023 Hebammenexamen

Die Letzten ihrer Art

Hebammenschule wird Praxisakademie Hebammenwissenschaft

Strahlend in den Beruf starten: Die neuen Hebammen, Foto: Dorothea Hensen
Strahlend in den Beruf starten: Die neuen Hebammen, Foto: Dorothea Hensen

Sie strahlen mit den Sonnenblumen um die Wette: 16 frischgebackene Hebammen haben Ende August in feierlichem Rahmen ihre Abschlusszeugnisse und Urkunden erhalten und freuen sich über das bestandene Hebammenexamen – zwei Auszubildende folgen in den nächsten Monaten. „Die Letzten ihrer Art“ war das Thema der Feierlichkeiten, da die jungen Frauen der letzte Kurs sind, der an der Hebammenschule der Uniklinik Köln sein Examen gemacht hat. Im Zuge der Akademisierung des Berufs wird aus der Schule nun die Praxisakademie Hebammenwissenschaft, welche als zentrale Institution die Lernorte Universität und Praxis verbindet.  Die Akademie verantwortet die Durchführung der berufspraktischen Studienanteile, betreut 75 bis 100 Studierende in ihrem Angestelltenverhältnis an der Uniklinik Köln, ermöglicht Fortbildungsangebote für Hebammen und Praxisanleiterinnen, koordiniert das Auswahl- und Einstellungsverfahren und beteiligt sich an den staatlichen praktischen Prüfungen zur Hebamme.

„Die Schließung der Hebammenschule betrachte ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die Ausbildung der Schülerinnen, die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in der Lindenburg Akademie und die gute Kooperation mit unseren vielen tollen Praxispartnerinnen und -partnern hatte etwas sehr Familiäres und Verbindendes. Die Akademisierung, insbesondere die Verlagerung der Lehre an die medizinische Fakultät und an das Institut für Hebammenwissenschaft, bietet aber ebenso großartige Möglichkeiten einer zeitgemäßen und wissenschaftsorientierten Ausbildung von Hebammen, auf die ich mich sehr freue“, sagt Dorothee Herrmann, Leiterin der Hebammenschule. Das Team der Schule bleibt in Teilen in der Praxisakademie, aber die Lehrerinnen haben auch Stellenanteile am Institut für Hebammenwissenschaft unter der Leitung von Univ.-Prof. Nicola Bauer, wo sie Lehr- und Praxisbegleitungsaufgaben übernehmen. Marina Filipović, Pflegedirektorin und Vorstandsmitglied der Uniklinik Köln, ergänzt: „Es ist schön, dass wir Hebammen für die Uniklinik, aber auch für die Region ausbilden konnten. Viele der Hebammen des Kurses bleiben der Geburtshilfe in Köln erhalten, ob bei uns oder bei unseren Kooperationspartnern.“

Das Interesse an der letzten Hebammenausbildung 2020-2023 war groß – über 600 Bewerbungen aus Deutschland, Belgien und Luxemburg erreichten die Schule. Die jetzt examinierten Jung-Hebammen wurden noch nach der geltenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hebammen von 1987 ausgebildet. Das heißt: 1.600 Stunden Theorie, 3.000 Stunden Praxis, 13 Einzelprüfungen im Examen. Zu diesem gehörte auch die „Geburtsprüfung“ womit das selbständige Leiten und Durchführen einer Geburt im Kreißsaal gemeint ist. Daneben gab es aber natürlich auch schon zahlreiche Neuerungen wie die Praxisanleitung, die Praxislernaufgaben und die Praxisbegleitung, die bereits über das alte Gesetz hinaus gingen.

„Der Aufbau der Hebammenschule hat dazu beigetragen, dass wir in Köln eine große Gemeinschaft an Menschen finden konnten, die bereit sind, werdende Hebammen aufzunehmen und sie bei ihrem Entwicklungsweg zu begleiten. Wir kooperieren mit allen geburtshilflichen Kliniken in Köln und mit zwei Kliniken im Umland. Die berufspraktischen Studienanteile stehen damit auf einer stabilen Basis, von der aus wir nun die Dinge weiterentwickeln wollen“, so Herrmann abschließend.

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